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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Schiff ahoi in Osnabrück
Zwischenüberschrift:
Der Hafen wurde 1916 eröffnet – seine Zukunft ist ungewiss
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Schrott, Baustoffe, Zellstoff und Mineralöl: Das sind die Materialien, die heutzutage am Osnabrücker Hafen hauptsächlich gehandelt werden. Eröffnet wurde er am 3. April 1916. " Minden 52" hieß der Schleppkahn, der als erstes Schiff hier einlief. Es war in der Mittagszeit.
Viel Aufmerksamkeit erhielt dieses eigentlich denkwürdige Ereignis nicht. Denn der Krieg bestimmte die Themen des Tages. Aus diesem Grund gab es auch keine große Eröffnungsfeier, und die " Minden 52" löschte recht unbemerkt ihre Ladung: Es waren 475 Tonnen Hafer.
Die Idee, in Osnabrück einen Hafen zu bauen, entstand im Zusammenhang mit dem Bau des Mittellandkanals. 34 Jahre dauerten die Bemühungen, die Hasestadt zu einer Hafenstadt zu machen: 1882 gab es eine öffentliche Diskussion über die Linienführung des Mittellandkanals. Aus dem Jahr 1898 stammt das erste Projekt für den Bau des Hafens, der bereits damals am Ende des rund 14 Kilometer langen Zweigkanals entstehen sollte. Und so wurde er letztlich auch gebaut.
Zuvor war dies mehrfach infrage gestellt worden. Das lag unter anderem daran, dass die Stadt eine Garantieverpflichtung abgeben sollte, den Kanal mit jährlich bis zu 161 000 Mark zu unterstützen, falls die Einnahmen für den Unterhalt nicht ausreichten. Auch Hannover und Minden sollten sich verpflichten.
Ab 1905 wurde intensiv über den Bau des Hafens verhandelt. Am 18. Januar 1906 schließlich beschloss der Magistrat der Stadt, die Kanalgarantie zu übernehmen und den Hafen zu bauen. 1912 legten die Handwerker los.
Der notwendige Bahnbetrieb zum Transport der Ladungen wurde bereits am 1. November 1915 eröffnet, mit Leihlokomotiven der Preußischen Staatsbahn. 1918 kauften die Hafenbetreiber die erste eigene Lok, der 1928 und 1950 jeweils eine weitere folgten.
Wegen der Kriegsfolgen wurde der Hafen von April 1945 bis Frühjahr 1946 nicht betrieben. Am 1. November 1958 übernahmen die Stadtwerke als Eigenbetrieb die Hafenverwaltung.
1960 wurde der letzte Platz am Althafen vermietet, im November 1962 begann der Bau des Hafens " Ost", in dem in Richtung Fürstenauer Weg ein besonderes Becken für den Umschlag von Mineralöl entstand.
Im Juli 2008 schien die Zukunft des Hafens besiegelt: Gutachter stellten fest, dass ein Neubau am Mittellandkanal in Bohmte der Region mehr bringen würde als der Ausbau des Stichkanals. Im Juni 2009 hat der Rat der Stadt jedoch eine neue Potenzialanalyse in Auftrag gegeben.
Die neue Fotografie wurde vom kleinen Speicher der Firma PCO aufgenommen. Das Bild aus den 1930er-Jahren entstand aus dem großen Speicher heraus, der inzwischen abgerissen worden ist. Auf dem Foto sind die Kirchtürme der Stadt zu sehen: Von links nach rechts reihen sich Herz-Jesu, der Vierungsturm des Doms und seine beiden Haupttürme, St. Marien und St. Katharinen auf.

Bildtext: Mächtig was los auf dem Wasser: Schleppkähne haben in den 1930er-Jahren links und rechts an den Hafenmauern angelegt, um ihre Ladungen zu löschen oder neue Waren zu laden. Die Ansichtskarte ist aus der Sammlung von Helmut Riecken, Osnabrück.

Güterzüge sorgen heute für den reibungslosen Weitertransport gelöschter Ladungen imHafen von Osnabrück. Im Hintergrund links: das Iduna-Hochhaus. Foto: Klaus Lindemann
Autor:
Marie-Luise Braun


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