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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Die Lichthütchen leuchten kräftiger
Zwischenüberschrift:
Schausteller nehmen Abschied von der Glühbirne – Nicht alle sind begeistert
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Bunt blinkt und leuchtet es auf dem Jahrmarkt Abend für Abend. Millionen von Lampen sorgen an der Halle Gartlage mit Beginn der Dunkelheit für ein grell-animierendes Schimmer-Spektakel. Werden die Lichter ausgehen, wenn nach EU-Verordnung 2012 der letzte Faden der herkömmlichen Birnen ausgeglüht ist? Ein Rundgang über den Jahrmarkt zeigt: Die Schausteller reagieren bereits auf das abzusehende Ende der Glühbirne.
Von Stefan Buchholz
Osnabrück. Vorreiter sind die Inhaber der Fahrgeschäfte. Einige haben bereits vor Jahren begonnen, die Birnen gegen Leuchtdioden (LEDs) auszutauschen. " Die Farben der LEDs sind einfach kräftiger, und es gelingen bessere Effekte", erklärt Fredi Welte, Chef des " Break Dance". Mittlerweile flimmern rund 1, 2 Millionen LEDs an seinem Fahrgeschäft mit den drehenden Gondeln, schätzt er. Fassungen von 18 bis 256 Dioden sind eingebaut, die zwischen 2, 50 und 500 Euro kosten. Dennoch rechnet sich laut Welte der Wechsel: " Ich habe bis jetzt 80 Prozent auf LED-Technik umgestellt und damit 40 000 Euro Stromkosten eingespart."
Keine Träne weint er der Glühbirne nach, die im Vergleich zum lichtstarken Leuchthütchen der Diode sehr anfällig war. Beim Betrieb des Fahrgeschäftes oder beim Abbau seien viele Lampen kaputtgegangen: " Wir haben jeden Tag mit drei Mann eine Stunde lang Birnen ausgewechselt." 5000 Euro kostete jährlich der Ersatz. Nur noch zehn Prozent seines Leuchtmittel-Budgets muss er heute für die langlebigen LEDs einplanen.
Cousin Marco Welte, Besitzer des " Gonzales", ist auf dem gleichen Stand der Umrüstung. Seiner Achterbahn fehle nur noch die LED-Bestückung des Schriftzuges: " Den Stromverbrauch habe ich dann um 90 Prozent gesenkt."
Stromsparen ist auch für Riesenrad-Betreiber Klaus Wilhelm eine wichtige Größe. 50 000 Euro zahlt er im Jahr für Beleuchtung undBetrieb der 36 Gondeln. An ihnen und den Speichen des knapp 50 Meter hohen Rades leuchten täglich 22 000Glühbirnen im Takt. Doch Wilhelm ist auch skeptisch: " Wenn wir die Sicherheithaben, dass auf dem Markt eine Diode angeboten wird, die wirklich bei der Energie-Einsparung hilft, dann rüste ich auch um." Seinen Informationen nach verbraucht heute eine LED-Einheit tatsächlich 6, 5 Watt, statt des angegebenen einen Watts. Damit sei sie für ihn keine Alternative zur 7 bis 10 Watt starken Glühbirne. Dennoch testet er seit diesem Jahr an drei Gondeln den Einsatz der LEDs, um einen Vergleichswert zu bekommen. " Ein komplette Umrüstung wird mich 70 000 Euro kosten", weiß Wilhelm.
Eine Frage des Geschmacks sind neue Leuchten für die vielen Imbiss-Betreiber. Weil das Auge bekanntlich mitisst, lehnen sie die LEDs ab. " Wir haben das versucht, aber es wirkte zu kalt", beschreibt Bernhard Jürgensmeier den Test. Die LED-Technik sei noch nicht so weit, ein warmes Licht zu erzeugen. Im Inneren des Standes hat er sogenannte HQI-Leuchten installiert, die durch ein Gasgemisch eine gute Lichtwiedergabe ermöglichten und die Stromkosten bereits um 20 Prozent gesenkt hätten. Für den Außenbereich sind diese Lampen allerdings zu empfindlich. Jürgensmeier schaut sich weiter nach Alternativen um schließlich bleibt noch Zeit bis zum Ende der Glühbirnen-Ära.

Bildtext: Mit LED-Technik spart Fredi Welte 40 000 Euro Stromkosten.

Die alten Glühbirnen gingen beim Abbau oft kaputt.

Bessere Effekte und mehr Leuchtkraft, schwärmen die Betreiber der Fahrgeschäfte von den Leuchtdioden. Fotos: Lewandowski
Autor:
Stefan Buchholz


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