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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Als die jüdische Tradition zerstört wurde
Zwischenüberschrift:
Gedenkfeier zur Pogromnacht und Kranzniederlegung
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Am 9. November 1938 zerstörten die Nationalsozialisten die Synagogen. Auch in Osnabrück. Um daran zu erinnern, spielten Schüler des Gymnasiums " In der Wüste" gestern Szenen aus dem jüdischen Leben aus der Zeit vor, während und nach der Zeit der Nazi-Diktatur. Nach dem Bühnenauftritt führten sie den Gedenkgang zum Mahnmal Alte Synagoge und einer Kranzniederlegung an.
Am Anfang war die Lebensfreude auf der Bühne vor der vollen Aula. Ein Dutzend Schüler sang zu Klaviermusik beschwingt jiddische Lieder. Das Publikum lachte über tiefgründige jüdische Witze und genoss eine ebenso bunte wie traditionelle Hochzeitsszene. Doch dann wurde es düster. Bei einem Begräbnis fehlten genügend Männer, um das Gebet Kaddisch zu sprechen. Einem jüdischen Theater gingen sowohl die Schauspieler als auch das Publikum aus. In Bibliotheken fehlen plötzlich Bücher wie die von Brecht, Celan und Heine.
Bedrückende Stille entstand, als auf einer Leinwand die Namen ermordeter Künstler wie in dem Abspann eines Films erschienen. Die lange Liste von Lagern, in denen Juden ermordet wurden, vergegenwärtigte die Todesmaschinerie der Nationalsozialisten. Doch mit dem Ende der Diktatur keimte neue Hoffnung. Jetzt erschienen Bilder von Juden, die seither für ihr Lebenswerk berühmt sind. Der Kinderchor " Hava Nashira" sang mit den Schülern " Wir leben ewig". Dieser Titel stand auch auf dem Transparent, das die Gymnasiasten zum Mahnmal in der Synagogenstraße vor sich hertrugen.
Mit dem Auftritt war den Schülern gelungen, was Aloys Lögering von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit am Herzen liegt: die jüdische Kultur " nicht nur archivieren, sondern auch aktivieren".
Bürgermeisterin Karin Jabs-Kiesler wusste bereits vor der Aufführung von dem Engagement der Schüler und würdigte deren " Einfühlen in eine fast vergessene Welt". Und sie wusste auch, wer die Aufführung im Gymnasium ins Leben gerufen hatte: Die Zwölftklässlerin Carmen Glink Buján ist Gründerin der Arbeitsgemeinschaft Gedenkveranstaltung und übte die Szenen und Lieder mit rund 15 Mitschülern in den vergangenen anderthalb Jahren. Sie hatten sich speziell mit der osteuropäischen Kultur beschäftigt.
Während der Kranzniederlegung erinnerte Aloys Lögering an den 9. November 1938, dem Tag, der den " Beginn der systematischen Vernichtung von sechs Millionen Juden" markierte. Für die Opfer der Schoa so das hebräische Wort für Unheil betete Alexander Ginsburg von der Jüdischen Gemeinde Osnabrück. Rabbiner Shimon Großberg sprach das Totengebet Kaddisch.

Bildtext: Vor dem Mahnmal Alte Synagoge erinnern Kränze daran, dass hier vor 71 Jahren das jüdische Gotteshaus brannte. Während der Pogromnacht wurden viele Juden verfolgt, ausgeraubt, verhaftet und ermordet. Foto: Jörn Martens
Autor:
jweb


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