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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Bewegendes Theaterstück
Zwischenüberschrift:
Probenarbeiten im Augustaschachtgebäude für "Der Zug" – Premiere am Sonntag, 8. November
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück/ Hasbergen. " Wenn ich eins hasse, sind es Vorurteile und Penner." Auf dem Bahnhofherrscht reges Treiben, und die Passanten Reisende, Putzkräfte, Blumenmädchen demonstrieren, was es auch heute noch an Ressentiments gibt. Es ist eine Szene aus dem Theaterstück " Der Zug", das am Sonntag, 8. November, um 16 Uhr uraufgeführt wird.
Am gestrigen Freitag ist die Probewoche zu Ende gegangen. Unter der Regie von Katrin Orth und Ralf Siebenand vom Musiktheater Lupe sind mehr als 20 junge Schauspieler an der Inszenierung beteiligt. Probe- wie auch Aufführungsort ist die heutige Gedenkstätte Augustaschacht. Damit wird deutlich: Das Stück hat einen Bezug zum Thema Zwangsarbeit, schließlich war hier in der Nazizeit das Arbeitserziehungslager Ohrbeck.
Dieser Aspekt der Naziherrschaft wird aber durch einen Brückenschlag zur heutigen Zeit aufgegriffen, wie Katharina Magiera sagt. Für die 14-Jährige, die auch in der Theater-AG der Gesamtschule Schinkel aktiv ist, ist es bereits das dritte Projekt mit dem Musiktheater Lupe.
Sie spielt einen obdachlosen Straßenmusiker. Über noch heute präsente Vorurteile, die die geschäftigen Menschen auf dem Bahnhof dreschen, wird der Bezug zur Zwangsarbeit hergestellt. Hier ist die Rahmenhandlung die Geschichte der ehemaligen ukrainischen Zwangsarbeiterin Elena. Die von Marlene Robben gespielte Figur musste auf einem Bauernhof arbeiten: " Ich hatte Angst. Ich war 15 und konnte mich nicht einmal von meinen Eltern verabschieden."
Ihre Biografie ist zwar fiktiv, sie wurde aber eng angelehnt an tatsächliche Schicksale, wie Katrin Orth berichtet. Elena kehrt für ihre schmerzliche Spurensuche zurück nach Deutschland und trifft am Bahnhof den Sohn des damaligen Hofbesitzers. Hermann (Gabriel Kos) hatte sich in das Mädchen verliebt und sieht die Vergangenheit auch ansonsten in anderem Licht als die Zwangsverschleppte.
Das Stück arbeitet neben den Rückblenden auch zum Beispiel mit Musiktheaterelementen. Dazu spielt ein absurdes Moment herein: Im Regionalquiz stellt die von Hannah Heuking dargestellte Moderatorin in locker-leichtem Rundfunk-Ton Preisfragen die sich um die Schrecken im Augustaschacht drehen.
" Der Zug" ist Teil des Projekts " Stark gegen rechts", zu dem auch die Ausstellung " Rechte Jugendkulturen" gehört, die derzeit in der Gedenkstätte zu sehen ist. Die Schauspieler vom Musiktheater Lupe erhielten eine inhaltliche Einführung und nahmen etwa an der Führung im ehemaligen Zwangsarbeitslager teil.
Für das Stück hatten Katrin Orth und Ralf Siebenand die Struktur ausgearbeitet, die die jungen Leute dann mit eigenen Ideen füllen konnten. Die Schauspieler überlegten etwa, inwieweit das Zwangsarbeitslager in die Handlung eingebaut werden kann oder welche Charaktere die von ihnen verkörperten Personen haben, erzählt Marlene Robben, die bereits seit neun Jahren im Musiktheater Lupe aktiv ist.
Der Zug: Das Stück wird am Sonntag, 8. November, um
16 Uhr uraufgeführt. Weitere vier Vorführungen wird es
am 10. und 11. November für Schulklassen geben. Anmeldungen sind in der Gedenkstätte Augustaschacht,
Telefon 0 54 05/ 8 95 92 70, möglich.

Bildtext: Eindrucksvolle Szene: Eine deutsche Frau sucht unter den Zwangsarbeiterinnen aus, wer bei ihr arbeiten soll. Foto: Pentermann
Autor:
hmd


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