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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Wenn es schneit, bricht alles zusammen"
Zwischenüberschrift:
Lieferengpässe bei Winterreifen durch Abwrackprämie und Kurzarbeit
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die Folgen der Abwrackprämie und die Kurzarbeit bei manchen Herstellern sorgen für Engpässe bei der Lieferung von Winterreifen. Schon seit Wochen werden sie verstärkt nachgefragt. Sollte es plötzlich anfangen zu schneien, sehen viele Reifenhändler aus der Region die Katastrophe nahen.
" Ich bin seit 23 Jahren im Geschäft. So etwas habe ich noch nicht erlebt", sagt Reinhard Brümmer, der einen Reifendienst in Wallenhorst betreibt. Er bezieht die Reifen direkt vom Hersteller. " Wenn ich jetzt aber bei Continental anrufe, höre ich, dass nur eine von zehn Sorten lieferbar ist", berichtet er. Die Engpässe seien dadurch entstanden, dass die Industrie viele Werke geschlossen und zum Teil Kurzarbeit eingeführt habe, sagt Brümmer. Bei Kleinwagen sieht er die größten Probleme. " Wenn jetzt der Winter richtig zuschlägt, sehen wir alt aus", sagt er und fügt an, dass dann auch die Preise steigen werden. Momentan kann Brümmer die Nachfrage noch befriedigen. Er hat sich im Sommer gut eingedeckt, da er das Thema Abwrackprämie im Sinn hatte. " Dieses Jahr ist eine ganz große Katastrophe", sagt Franz-Josef Osterhues, Filialleiter des Reifen-Centers in Sutthausen. Er spricht von " extremen Lieferengpässen" und stellt eine einfache Rechnung auf: 2, 5 Millionen Autos sind als Folge der Abwrackprämie verkauft worden, jedes Auto hat vier Räder das macht zusammen zehn Millionen Reifen.
Viele Neuwagenbesitzer statten ihre Autos zum ersten Mal mit Winterreifen aus. Der Verkauf laufe schon seit sechs Wochen so, als würde schon ein Meter Schnee liegen, meint Osterhues. " Aber es gibt Engpässe", sagt er. Manche Hersteller benötigen eine Woche Lieferzeit. Sonst stünden die Reifen einen Tag nach der Bestellung in der Werkstatt, berichtet Osterhues und fügt an, er habe gehört, dass manche Reifenhersteller ihre komplette Winterproduktion schon verkauft hätten.
Die Kunden von Franz-Josef Osterhues müssten sich auf bis zu sechs Stunden Wartezeit einstellen. Zum Glück habe er ein Zentrallager mit 350 000 Reifen im Rücken. " Sonst wären wir gar nicht über die Runden gekommen", sagt er.
" Wir haben wie verrückt zu tun", sagt Antonius Wördemann, Geschäftsführer der GHG Gummi-Handelsgesellschaft in Dissen. Momentan könne er noch mit allen Reifengrößen dienen. Aber vor allem bei den Formaten 195/ 65/ R15 und 205/ 60/ R16 wird es eng. Wördemann vermutet, dass die Industrie auf Bestellung produziert, da vor zwei Jahren viele Reifen wegen des milden Winters liegen geblieben sind. Sollte es jetzt anfangen zu schneien, " dann bricht alles zusammen", beendet er den Satz.
Auch bei Vergölst in Osnabrück gebe es Engpässe, insbesondere bei Reifen für Modelle wie Corsa, Polo oder Twingo, sagt Pressesprecher Peter Groß. " Gerade diese Größen sind in den vergangenen Jahren wenig nachgefragt worden", berichtet er. Durch die Umrüstung auf Winterreifen sei nun ein Boom entstanden, auf den sein Unternehmen mit verlängerten Öffnungszeiten und optimierten Abläufen in den Werkstätten reagiert habe. " Wenn es anfängt zu schneien und alle nach Winterreifen verlangen, müssen die Kunden auch mal warten", sagt er. Normalerweise würden die Reifen innerhalb eines Tages aufgezogen werden. Bei Engpässen könne es aber bis zu einer Woche dauern.
Dieter Reher vom TÜV-Nord empfiehlt, den Wagen im Extremfall stehen zu lassen. Die Versicherer nähmen keine Rücksicht auf Lieferengpässe und zahlen bei einem Unfall nicht, wenn ein Fahrzeug nicht die passende Bereifung vorweisen kann. " Man sollte aber nicht bis zum ersten Schnee warten, sondern notfalls auf Alternativgrößen ausweichen", sagt Reher. Jedes Auto könne mit drei oder vier anderen Reifengrößen gefahren werden.
Beim TÜV bekommen Autofahrer eine Reifenauskunft mit passenden Formaten, die sie mit zum Händler nehmen können. Eventuell sei dann eine neue Felge nötig, meint Reher. Doch auch da könnten Probleme auftreten. Einige Händler aus der Region berichten nicht nur von Lieferengpässen bei Reifen, sondern auch bei Felgen.

Bildtext: Noch kann sich Alexander Amann im Reifen-Center an der Eduard-Pestel-Straße die Winterreifen aus dem Lager holen. Ohne diese Lagerbestände müssten die Kunden schon jetzt auf ihre neuen Reifen warten. Foto: Elvira Parton
Autor:
tw


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