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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Das Bahnhofs-Geburtsjahr ist geschummelt
Zwischenüberschrift:
Führung durch 150 Jahre Schienengeschichte in Osnabrück
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Um Fürstenzimmer, Flankenschutz und eine Fortschrittskathedrale ging es gestern bei einem Rundgang durch den Osnabrücker Hauptbahnhof. In knapp zwei Stunden führte Bahnhistoriker Joachim Beins durch 150 Jahre Schienengeschichte.
Von Anfang bis Ende seines Berufslebens hat Beins für die Bahn gearbeitet: Zunächst als Weichensteller, später wurde er Fahrdienstleiter, zum Schluss befehligte er die Osnabrücker Bahnpolizei. Unaufdringlich kenntnisreich erklärte Beins im Auftrag für Stadt-Land-Führungen etwa die Architektur des Bahnhofs. Wegen Problemen beim Genehmigungsverfahren wurde der Bau erst 1895 fertiggestellt und nicht ein Jahr früher, wie es bis heute eingemeißelt zu lesen ist.
Für den damals schon dritten Lokomotiven-Stopp in Osnabrück wurde es auch höchste Eisenbahn. Die vielen Boom-Zyklen der Industrialisierung erforderten den Neubau und eine in Europa seltene Konstruktion: Der Haltepunkt wurde als Turmbahnhof errichtet, sodass jetzt von einem Ort aus das Startsignal in alle Himmelsrichtungen gegeben werden konnte.
Die Nord-Süd- und die West-Ost-Achse sind in der Gegenwart durch vier Gleiskurven verbunden. " Von oben sieht das Bahnhofsgelände wie ein Autobahnkreuz aus", zeigte Beins anhand eines Schaubildes. Die Kurven waren auch nötig, um die Schienenstränge mit dem riesigen Rangierareal aus weitläufigen Güterhallen und Lokdrehscheiben zu verbinden. Bis zum Beginn der Elektrifizierung der Bahn war Osnabrück Deutschlands größter Dampflokwartungsbetrieb.
Wie damals üblich, besaß jeder Bahnhof sogenannte Fürstenzimmer. Allein dem Adel waren dort eine eigene Gaststätte, Toilettenräume und der separierte Zugang zum Gleis vorbehalten. Jetzt hilft dort die Bahnhofsmission, berichtete Beins.
Osnabrücks Bedeutung als wichtiger Knotenpunkt manifestierte sich auch im Bau des Stellwerks. 1966 in Betrieb genommen, war es lange Zeit das modernste in Europa. Heute werden vom Sicherheitsturm rund 500 Rangier- und Reisezüge täglich durch das Schienennetz geleitet. Für deren Sicherheit genügen ein Blick auf leuchtend blinkende Stellwände und ein Tastendruck schon sind die Weichen gestellt.

Bildtext: Unterhaltsam und interessant gestaltete Bahnhofshistoriker Joachim Beins (mit Plakat) die Führung durch den Osnabrücker Hauptbahnhof. Foto: Uwe Lewandowski
Autor:
steb


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