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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Sperrgebiet: 1000 Meter sind fix
 
Ein Teuflisches Gerät
 
"Hat grad bumm gemacht"
Zwischenüberschrift:
Über das Sperrgebiet, ein zweites Evakuierungszentrum und weitere Entschärfungen
 
Bombenalarm: Lob, Kritik und Ärger auf neue-oz.de
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. " Es gibt nichts, was richtig schiefgelaufen ist. Pannen sind nicht passiert." Jürgen Wiethäuper vom städtischen Fachbereich Bürger und Ordnung ist zufrieden mit dem Verlauf der turbulenten Nacht rund um die Bombenräumung. Reaktionen der Evakuierten und im Internetforum unserer Zeitung legen aber auch andere Schlüsse nahe. Hier Antworten zu den meistdiskutierten Themen.
hpet Osnabrück. Warum muss ein so großes Gebiet gesperrt werden? In einem Radius von 1000 Metern wurden der Schinkel und Teile der Innenstadt abgeriegelt. Viel zu großräumig, lautet die Kritik. " Das ist nicht unsere Entscheidung", spricht Wiethäuper für die Stadt Osnabrück. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst( KBD) lege die Werte fest. Ein Sprecher bei der zentralen Polizeidirektion in Hannover bestätigt das. " 1000 Meter ist fix", bei schwereren Bomben könne der Radius noch größer gezogen werden. Dies gehe aus einer Dienstvorschrift der Polizei hervor, die auch für den KBD gilt. In der Vergangenheit hätten sich zudem mehrere Vorfälle ereignet, wo Bombensplitter auch noch in mehr als 700 Meter Entfernung einschlugen.
Kommen Räumungen am Klushügel jetzt häufiger vor? Zwischen 20 und 30 Bomben liegen noch im Klushügel, schätzt Heinz Hellbaum. Der Wallenhorster war am 13. September 1944 als Luftwaffenhelfer eingeteilt, als der Bombenhagel begann. Auch Wiethäuper geht davon aus, dass der Klushügel " noch nicht abgearbeitet" ist. In diesem Jahr werde man nach derzeitigem Stand aber nicht mehr aktiv, erklärt Wiethäuper. Der KBD sei sehr stark ausgelastet. Die Spezialisten arbeiten in der Regel planmäßig und fokussieren ihre Arbeit derzeit auf Braunschweig und Hannover. Der Einsatz in Osnabrück habe außer der Reihe stattgefunden. Für 2010 aber sei ein Plan noch nicht erstellt. " Darüber wird zu reden sein", so Wiethäuper.
Warum gab es keine Lautsprecherdurchsagen? Viele Anwohner wurden von der um 19.30 Uhr gestarteten Evakuierung überrascht. Der Hauptgrund dafür, dass der eng gestrickte Zeitplan aus den Fugen geriet. Dass Lautsprecherdurchsagen geholfen hätten, hält Wiethäuper für falsch. " Das hat vor 20 Jahren gewirkt, als noch nicht so viel Verkehrherrschte." Erfahrungen der jüngeren Vergangenheit hätten gezeigt, dass die Durchsagen häufig mehr Verwirrung in der Bevölkerung stifteten, als dass sie halfen. Man erreiche zwar viele Betroffene, aber genauso viele Menschen, die nicht gemeint seien. " Mit Durchsagen in den Medien fahren wir besser."
Das Krisentelefon war sehr schwer zu erreichen. Unter der Nummer 05 41/ 323-33 31 konnten die Anwohner ihre dringendsten Fragen stellen. Sieben Mitarbeiter des Fachbereichs Bürger und Ordnung saßen fast zwölf Stunden an der Strippe. " Wir waren so gut besetzt wie nie", sagt Wiethäuper. Doch nicht gut genug, wie sich herausstellte. Denn viele Bürger beklagten, dass sie nicht durchkamen oder sofort wieder aus der Leitung gekegelt wurden. " Es kann sein, dass die Technik den ein oder anderen verschluckt hat", sagt Wiethäuper, aber im Großen und Ganzen sei die Grundstimmung der Anrufer gut gewesen.
Muss nicht über ein zweites Evakuierungszentrum nachgedacht werden? 1030 vorübergehend Obdachlose bevölkerten die Gesamtschule Schinkel in der Spitze. Der Leiter der Evakuierung, Markus Gehle, sah die Grenzen des einzigen vorgesehenen Evakuierungszentrums erreicht. " Das war grenzwertig, keine Frage", sagt auch Wiethäuper. Warum also kein zweites Ausweichquartier? " Das ist von der Logistik her schwer." Bei zwei Zielen könne es vorkommen, dass Verwandte in unterschiedlichen Zentren unterkämen.

Bildtext: 1030 Evakuierte drängten sich nachts um kurz vor eins in der Gesamtschule Schinkel, als Sprengmeister Thomas Gesk (rechts oben) die Bombe zündete. Einige Teile der Holzabdeckung flogen bis über die Straße (links oben). Gestern ging es für Anwohner und Hilfskräfte ans Aufräumen. Fotos: Jörn Martens (2), Gert Westdörp
Autor:
hpet


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