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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Ärger um Revisionsschächte in Vorgärten
Zwischenüberschrift:
Anwohner vom Westerberg klagen über zu viele Kanaldeckel
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:

Osnabrück. Die Anwohner vom Westerberg fürchten, dass sie vor lauter Revisionsschächten ihre Vorgärten nicht mehr sehen mögen und dafür auch noch zahlen sollen. In einem langwierigen Projekt trennt die Stadt nach und nach das Abwassersystem. Schmutz- und Regenwasser sollen nicht mehr zusammenfließen.
Dagegen haben Anwohner des Wester- und des Schölerbergs kaum etwas einzuwenden, doch lehnen sie zwei große Kanaldeckel vor ihrem Haus ab.

Was sind Revisionsschächte?
Sie unterbrechen die Abwasserrohre, damit sie überprüft, gewartet und gereinigt werden können. Es gibt sie in verschiedenen Größen. Für einige Straßenzüge an der Schoeller-, Reimerdes-, Zeppelin- und Schubertstraße am Westerberg sowie weitere am Schölerberg wollen die Stadtwerke im Auftrag der Stadt Ausführungen mit einem Durchmesser von bis zu einem Meter einbauen. Pro Haus sind zwei Schächte vorgesehen, je ein Schacht für das Schmutzwasser und einer für den neuen Regenwasserkanal. Und die Eigentümer tragen die Kosten.
" Doch wofür brauchen wir draußen vor der Tür einen Revisionsschacht für das Schmutzwasser? Wir haben doch schon alle einen Schacht im Keller!" Sebastian Richter und mehrere Nachbarn ärgern sich über den Plan der Stadt. Ende vergangenen Jahres fanden sie in den Briefkästen die Ankündigung, dass sie für die neue Regenwasserleitung einen 40 mal 40 Zentimeter großen Schacht pro Garten installiert bekämen. Dafür waren die Genehmigungen bereits erteilt.
Doch Monate später sollten die nicht mehr gelten, weil inzwischen eine neue Abwasserbeseitigungssatzung in Kraft getreten war. Zwei Schächte mit jeweils einem Meter Durchmesser sollten es nun sein. So schrieb es die Stadt vor, und die Stadtwerke sollten sie installieren. Die Eigentümer sollten den größeren Aufwand entsprechend zahlen: statt 1700 Euro künftig 3400 Euro pro Einfamilien- und Doppelhaus. Bald darauf begannen die Stadtwerke ihre Arbeit. Inzwischen befinden sich in einigen Gärten bereits die meterdicken Schächte im Doppelpack.
Vor wenigen Tagen erhielten einige der Anwohner einen neuen Brief und wunderten sich. Denn jetzt heißt es, die Durchmesser der Schächte würden reduziert: für Schmutzwasser auf 80 Zentimeter, für Regenwasser auf 40 Zentimeter. Entsprechend preisgünstiger sollen sie ausfallen. Marco Hörmeyer von den Stadtwerken sieht darin ein Entgegenkommen für die Hauseigentümer: " Wir haben uns darüber mit der Stadt verständigt." Doch auch die neue Version ist für Sebastian Richter und seine Nachbarn nicht akzeptabel. Denn: " Immer noch besteht die Stadt auf zusätzlichen Revisionsschächten für die Schmutzwasserrohre." Für ihn aus unerfindlichen Gründen, denn ein Rohrreinigungsunternehmen habe ihm versichert, dass die bestehenden Schächte in den Häusern " völlig ausreichend dimensioniert" seien.
Mehrere Nachbarn beauftragten jetzt einen Rechtsanwalt, der nun ihre Forderungen an die Stadt weiterleiten soll. Sie wollen den ursprünglichen Plan zurück mit nur einem Regenwasserschacht und einem Durchmesser von 40 Zentimetern pro Vorgarten. " Sollte die Stadt nicht darauf eingehen, werden wir klagen", kündigte Sebastian Richter an.

Was sagen die Stadtwerke? Justiziar Dr. Thomas Freye sieht " die juristische Bewertung bei der Stadt", die schließlich auch " die Genehmigungshoheit" habe. Was die rückwirkende Änderung der ursprünglichen Pläne angeht, sagte Dr. Gerd Kuhl vom Rechtsamt der Stadt: " Es ist nicht grundsätzlich ausgeschlossen, auch für einen vorhandenen Grundstücksanschluss nachträglich noch den Einbau eines Revisionsschachts zu fordern, um die Abwasseranlage an den Stand der Technik anzupassen." Doch genau dieser Stand der Technik ist für die Betroffenen nicht nachvollziehbar.

Autor:
jweb


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