User Online: 2 | Timeout: 21:33Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Heiligenwegschule im Samba-Fieber
Zwischenüberschrift:
"Grupo IACA" in der Woche der Kulturen Gast in Schinkel
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:

Singen und Tanzen auf brasilianische Art, das stand jetzt auf dem Stundenplan der Heiligenwegschule. " Grupo IACA" war in der Woche der Kulturen Gast in Schinkel. Foto: Thomas Osterfeld
tw Osnabrück. " Brasilien ist mal was Besonderes", freute sich Schulleiterin Jutta Hilker am Samstag. In ihrer Heiligenwegschule fand bei strahlendem Sonnenschein das Fest Cultura Colorida statt, dessen Höhepunkt der Auftritt der " Grupo IACA" war. Die Gruppe reiste aus der nordbrasilianischen Stadt Belém nach Osnabrück, um bei den Wochen der Kulturen " inter.kult 09" dabei zu sein.
Die " Grupo IACA" existiert seit zwölf Jahren. Sie wurde in der lutherischen Gemeinde der etwa 1, 4 Millionen Einwohner zählenden Stadt Belém gegründet, erzählte Pastorin Cibele Kuss am Rande des Fests. Die Gruppe hat sich als soziales Projekt in ihrer Kirche gegründet. Dort fanden Kinder und Jugendliche eine Möglichkeit, aus ihrer von starker Kriminalität geprägten Umgebung zu fliehen. Im Moment tourt sie drei Monate lang mit der Kinderkulturkarawane durch Deutschland. Am Sonntag nahm sie auch am Fest der Kulturen auf dem Marktplatz teil.
In der Gemeinde in Belém arbeiten junge Menschen mit afrikanischer und indianischer Herkunft in Workshops. Sie lernen tanzen und singen, beschäftigen sich aber auch mit ihrem Bezirk Amazonien oder ihrer Abstammung. Zudem wird den Kindern gezeigt, dass sie Rechte besitzen und es Alternativen zur Kriminalität gibt. Im Norden Brasiliens herrsche die höchste Rate an Kindesmissbrauch, sagte Cibele Kuss. Auch würden viele Kinder getötet. " Junge Menschen finden in unserer Gemeinde einen sicheren Platz", sagte sie. Dort können sie auch ihre Waffen abgeben, die sie manchmal sogar von der Polizei gekauft haben.
Ahmet Gündogdu hat von der hohen Kriminalität in Brasilien und ähnlichen Projekten wie die " Grupo IACA" während seines Abiturs am Comenius-Kolleg in Mettingen erfahren. Die Schule hat einen engen Kontakt zu dem südamerikanischen Land. Am Samstag genoss er aber mit seiner sechsjährigen Tochter Rabia die folkloristischen Lieder und Tänze der Gruppe. " So was sieht man sonst nicht hier", meinte Gündogdu. Seiner Tochter, die die erste Klasse der Heiligenwegschule besucht, gefielen vor allem die bunten Kostüme.
Mittanzen durften 50 Drittklässler. Seit Freitag der vergangenen Woche haben sie mit der " Grupo IACA" Tänze eingeübt. " Brasilianer können gut tanzen und singen", meinten Liana Elsner (9) und Xuan Pham (8). Sie müssen es wissen, denn sie tanzten mit ihnen auf dem Schulhof.
Die Idee für das Fest hatte Malu Piepenbrink. Die gebürtige Brasilianerin lebt schon " ein Leben lang" (genau seit 20 Jahren) in Osnabrück. Acht Jahre davon ist sie im Förderverein der Heiligenwegschule tätig, die Kinder aus 18 Nationen unterrichtet. Daher stammt auch der Name Cultura Colorida.
Malu Piepenbrink wollte Eltern dazu bewegen, sich zu beteiligen. Der Austausch zwischen den Kulturen sollte ebenso gefördert werden wie gegenseitiger Respekt. " Es ist sehr schwer, Eltern mit ins Boot zu holen", sagte die in São Paulo geborene Osnabrückerin. Langsam, meinte sie, bewege sich aber was. Am Samstag war sie mit der Beteiligung zufrieden.


Anfang der Liste Ende der Liste