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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Polizei nimmt Radfahrer ins Visier
Zwischenüberschrift:
Kontrollen an der Johanniskirche
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die beiden Pedale hängen nur noch am seidenen Faden, und auch sonst macht das Fahrrad nicht gerade einen verkehrssicheren Eindruck. " Das ist ja lebensgefährlich, wenn Sie damit unterwegs sind", sagt Imke Kätker von der Osnabrücker Bereitschaftspolizei. Ihr Gegenüber, ein junger Mann aus Voxtrup, zeigt sich wenig einsichtig. Er ist auf dem Weg zur Uni und hat es eilig. Für ihn ist die Fahrt aber erst einmal zu Ende. Er muss den Rest des Weges schieben und zumindest die kaputten Pedale innerhalb der nächsten Woche in Ordnung bringen. Ansonsten wird der 28-Jährige richtig Ärger mit der Polizei bekommen.

Imke Kätker und ihre Kollegin Julia Arndt stehen an diese Nachmittag mit ihrem grünen VW Bulli an der Johanniskirche und überprüfen Fahrräder, halten an der Ecke Süsterstraße vor allem die Drahtesel an, die schon von Weitem keinen vertrauenerweckenden Eindruck machen. " Dafür entwickelt man einen Blick", sagen die beiden Frauen. Sie gehören zu den Osnabrücker Bereitschaftspolizisten, die seit Anfang Oktober an der " Schwerpunktaktion Zweiradkontrollen" beteiligt sind. Sie finden an verschiedenen Orten mit hohem Fahrradaufkommen statt. Allein am gestrigen Montag sind zwölf Beamte im Einsatz, drei Zweierteams im Landkreis, drei in der Stadt, davon zwei in Zivil.
Julia Arndt und Imke Kätker sind uniformiert. Die Bürger sollen die Polizeipräsenz sehen, denn die Kontrollen sind eine Reaktion auf zahlreiche Beschwerden aus der Bevölkerung. Vor allem Senioren und Kinder fühlen sich durch das rüpelhafte Verhalten einiger Fahrradfahrer verunsichert. Und wer in der dunklen Jahreszeit ohne Licht unterwegs ist, gefährde sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer, mahnt Julia Arndt.
Eine funktionierende Beleuchtung fehlt auch am Rad des 28-Jährigen aus Voxtrup. " Ich fahre nur bei Tageslicht, nie im Dunkeln", argumentiert der Mann. Die beiden Polizistinnen lassen die Ausflüchte nicht gelten, zumal nach der Straßenverkehrsordnung unabhängig von der Tageszeit eine betriebsbereite Beleuchtungseinrichtung am Fahrrad vorhanden sein muss. Julia Arndt hält die Mängel auf einem Formular fest und notiert die Personalien des jungen Fahrradfahrers. Der Fall ist nun aktenkundig. Eine Woche hat der Mann jetzt Zeit, sein Rad wieder auf Vordermann zu bringen und den ordnungsgemäßen Zustand bei einer Polizeidienststelle quittieren zu lassen. Zumindest neue Pedale müssen her. " Sie verlieren doch das Gleichgewicht, wenn Sie so fahren", kritisiert Imke Kätker.
Nicht immer bleibt es bei einer Ermahnung. Vorige Woche (bei einer Kontrolle an der Hasemauer) haben die beiden Polizistinnen einen Radfahrer erwischt, der bei Rot über die Ampel gefahren ist. Für ihn ein teures Vergnügen, denn er muss nun 100 Euro Bußgeld bezahlen und bekommt außerdem drei Punkte in der Verkehrssünderkartei in Flensburg. Kollegen in Bramsche konnten sogar eine Straftat aufklären. Der Verdacht, dass eines der kontrollierten Fahrräder gestohlen war, bestätigte sich später.
Die meisten Räder sind an diesem Nachmittag offensichtlich gut in Schuss. So auch das von Thomas Stieve, der auf dem Weg zur Arbeit ist. " Nichts zu beanstanden", loben Julia Arndt und Imke Kätker. Im Blick haben sie auch das Verhalten der Radfahrer, das manchmal einiges zu wünschen übrig lässt. Deshalb stoppen sie einen Studenten, der einen Bekannten auf dem Gepäckträger Richtung Mensa befördert. Nach einer kurzen Belehrung sieht er ein, dass das im Stadtverkehr nicht in Ordnung ist.

Bildtext: Alles in Ordnung: Die Polizistinnen Julia Arndt (links) und Imke Kätker haben am Fahrrad von Thomas Stieve nichts zu beanstanden. Er war gestern einer von zahlreichen Radfahrern, die an der Johanniskirche kontrolliert wurden. Fotos: Egmont Seiler

Lebensgefährlich: Wie sollen Radfahrer mit solchen Pedalen das Gleichgewicht halten?
Autor:
Holger Jansing


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