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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Hier gibt′s Torte im Schlafzimmer
Zwischenüberschrift:
Das Café Läer befindet sich im ältesten erhaltenen Bürgerhaus der Stadt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Schwarzwälder Kirschtorte, garniert mit fein gerollten Schokostäbchen. Das ist eine der Spezialitäten, die Gäste im Café Läer genießen können. Seit 106 Jahren existiert die Konditorei an der Krahnstraße.
" Die Kunst zu genießen" steht verheißungsvoll auf der Markise, die heute über dem Eingang zum ältesten erhaltenen Bürgerhaus der Stadt hängt. Erbaut wurde es das brachte die Jahresringauswertung des Holzes ans Licht im Jahr 1553. Das Hinterhaus, ein Steinwerk, entstand bereits 20 Jahre früher, so belegt es ein Wappenstein.
Das Gerücht, dass während der Verhandlungen zum Westfälischen Frieden (1648) in dem Gebäude an der Krahnstraße 4 der spanische Nebengesandte Saavedra Quartier bezogen hatte, wird von Historikern bestritten. Die spanische Delegation war nicht in Osnabrück, sie verhandelte in Münster.
Dem Gerücht zufolge hatte der Nebengesandte damals die bemalte Holzdecke anbringen lassen, deren Reste heute noch zu bewundern sind. Wer sie nun tatsächlich in dem Haus anfertigen ließ, ist ungeklärt.
Sicher ist, dass ein Teil dieser Deckenbemalung, die auf Eichenholz aufgebracht worden war, bei der Renovierung des Hauses im Jahr 1962 als Brennholz endete. Bei der Renovierung 1988/ 89 wurden die Reste mit großem Aufwand restauriert.
Die Außengestaltung des Fachwerkhauses sorgte damals allerdings für eine Auseinandersetzung. Der Architekt Helmut von der Heyde hatte das Fachwerk in Hellgrau streichen lassen. Er berief sich auf Farbreste, die er an einem Fachwerkständer entdeckt hatte. Dem Denkmalpfleger der Stadt, Bruno Switala, behagte diese Farbwahl jedoch gar nicht, und er forderte einen dunkelbraunen Anstrich, wie am Hotel Walhalla. Denn dieser Farbton entspreche dem der Zeit des Westfälischen Friedens. Switala setzte sich letztlich durch, und das Haus wurde umgestrichen.
An dem Doppelhaus, dessen nördliche Wand dem geschwungenen Verlauf der Marienstraße angepasst ist, sind bis heute einige Eigenheiten der Osnabrücker Bürgerhausarchitektur ablesbar. Eines der charakteristischen Elemente ist die Diele, die einst gleichermaßen als Arbeits- und Aufenthaltsraum, als Ess- und Schlafzimmer fungierte.
Heute sitzen hier die Gäste und genießen die Gaumenfreuden des Hauses, in dem jetzt, in dritter Generation, ökologisch angebaute Zutaten verwendet werden. Am 1. Mai 1903 hatte Johannes Läer in der Osnabrücker Volkszeitung bei seinen Mitbürgern um " geneigten Zuspruch" für seine Back- und Konditorwaren geworben, die er von nun an an der Krahnstraße 4 mit " prompter, reeller Bedienung" anbieten wollte. Zuvor hatte er mit seiner Frau Johanna an der Möserstraße eine Bäckerei betrieben. Jetzt gehörte ihm das Haus, in dem zuvor Bäckermeister F. Hölscher 40 Jahre lang Mehlwaren zubereitet hatte.

Bildtext: Begrünt ist die Krahnstraße heute. Foto: Michael Hehmann

Das Café Läer an der Krahnstraße befindet sich im ältesten erhaltenen Bürgerhaus der Stadt. Hier ein Bild aus den 1960er-Jahren. Die colorierte Ansichtskarte stammt von Helmut Riecken.
Autor:
Marie-Luise Braun


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