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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Unsere Waffe ist das Theater"
Zwischenüberschrift:
Freedom Theatre aus Palästina mit der Kinderkulturkarawane in Osnabrück
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Zehn Achtklässler der Gesamtschule Schinkel (GSS) und fünf Schauspiel-Studenten des " Freedom Theatre" aus dem Westjordanland bilden einen engen Kreis. Eine Schülerin tritt hinein, schließt die Augen und lässt sich fallen. Wie ein Stehaufmännchen wandert sie durch den Kreis von einer Hand wird sie zur anderen gestoßen. Mit dieser Vertrauensübung beginnt der Workshop mit der Theaterklasse der GSS, der von den palästinensischen Schauspielern geleitet wird.
Batoul Taleb und Faisal Abu Alheija sind beide 20 Jahre alt und absolvieren beim Freedom Theatre ihre Ausbildung zu Schauspielern. Beide sind in einem Flüchtlingslager in Jenin im Westjordanland aufgewachsen, das 1967 von der israelischen Armee besetzt wurde. Dort baute Arna Mer-Khamis ein Theater für Kinder und Jugendliche auf. Für ihre Arbeit erhielt sie 1993 den alternativen Friedensnobelpreis. Mit dem Geld gründete sie das Stone Theatre, das 2002 während der sogenannten " Al-Aksa-Intifada" völlig zerstört wurde.
Arna Mer-Khamis Sohn Juliano führt seit 2005 die Arbeit seiner Mutter fort, indem er das Freedom Theatre eröffnete. Erklärtes Ziel ist es, mit Mitteln der Kunst soziale und politische Veränderungen zu erreichen und Grenzen zu überwinden. Die israelische Armee hat zwar 2005 vier jüdische Siedlungen in der Nähe Jenins aufgelöst und sich aus der Gegend zurückgezogen. Viele Menschen leben dennoch weiter isoliert in den Flüchtlingslagern.
Um nach Deutschland zu kommen, mussten die insgesamt zehn Schauspiel-Studenten zwar viele geografische Grenzen überwinden. Sie trafen hier aber vor allem auf Neugier. " Hier ist man in einer anderen Welt", sagt Faisal Abu Alheija. Seit August ist seine Gruppe mit der " Kinderkulturkarawane" auf einer Tournee durch die Bundesrepublik, die noch bis Mitte November andauert.
Die Studenten haben den Achtklässlern von ihrem Leben im Westjordanland berichtet. Sie fühlen sich als Botschafter ihres Landes. Eine ihrer wichtigsten Botschaften ist: " Wir existieren." Viele junge Deutsche wüssten wenig bis gar nichts über deren Situation, meint Batoul Taleb. Das traf auch auf die Gesamtschüler zu. Viele Wissenslücken wurden jedoch beseitigt. " Das ist schon ein Unterschied zu unserem Leben", sagt die 13-jährige Birte Brill etwas kleinlaut.
Die meisten Schüler, die mit dem Thema Naher Osten konfrontiert würden, sprächen von Gewalt, erzählt Batoul Taleb. In ihrem Umfeld gebe es zwar auch viele junge Menschen, die mit einer Waffe für den Frieden kämpften. " Unsere Waffe aber ist das Theater", sagt sie bestimmt.
Die Erfahrungen, die die palästinensischen Studenten in ihrer Schule gemacht haben, teilen sie mit den Osnabrücker Schülern. " Man muss dem Publikum immer offen gegenübertreten", nennt Birte Brill ein Beispiel. Außerdem haben sie die Theatersprache " Djibberisch" kennengelernt. Das ist keine richtige Sprache wie Deutsch oder Arabisch, sondern eine lautmalerische Sprache. Die Schauspieler aus dem Westjordanland spielen eher mit ihren Körpern, erklärt Batoul Taleb. So überwinden sie auch die Grenzen der Sprache.

Bildtext: Eine Vertrauensübung stand am Beginn des Workshops. Dabei unterrichteten Schauspiel-Studenten aus dem Westjordanland Osnabrücker Gesamtschüler. Foto: Jörn Martens
Autor:
tw


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