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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Das neue Filetstück am Westerberg
Zwischenüberschrift:
Auf dem Gelände der ehemaligen Karmann-Villa sollen exklusive Häuser entstehen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Karmann ist pleite, die Karmann-Villa auf dem Westerberg ist abgerissen. Aber für das riesige Grundstück an der Gutenbergstraße 37 schmiedet ein Investor Pläne für exklusive Wohnungen. Es dürfte sich um die teuerste Lage in Osnabrück handeln.
Von Rainer Lahmann-Lammert
Osnabrück. Bruchsteinmauern und Zäune schirmen das 17 000 Quadratmeter große Gelände vor neugierigen Blicken ab. In einer Villa auf dem östlichen Teil des Geländes lebte der Firmenpatriarch Wilhelm Karmann bis zu seinem Tod 1998.
Seinem Imperium verleibte er Anfang der 90er-Jahre eine Nachbarfläche ein, die zum Landschaftsschutzgebiet Westerberg gehörte. Spaziergänger waren damals überrascht, als im Naherholungsgebiet am Wasserhochbehälter ein hoher Zaun mit Sichtschutzelementen entstand. Die Stadt zeigte Verständnis für den Unternehmer und das von ihm geltend gemachte Sicherheitsbedürfnis. Man einigte sich darauf, dass die zusätzliche Fläche naturnah zu erhalten sei als Biotop für den Vogelschutz.
Inzwischen hat ein Osnabrücker Investor das Grundstück gekauft, einschließlich der nicht bebaubaren Bestandteile. Hinter verschlossenen Türen wurde mit der Stadt verhandelt, und jetzt liegt ein Gestaltungsvorschlag auf dem Tisch. Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt hat darüber in nicht öffentlicher Sitzung beraten.
Nach dem Entwurf wird das Grundstück in zwei etwa gleich große Zonen aufgeteilt. An der Gutenbergstraße würde demnach eine 8600 qm große Baufläche entstehen, die als Einbahnstraße mit Wendehammer konzipiert ist. Nach dem aktuellen Entwurf sollen auf diesem Filetstück neun Häuser entstehen, über deren Größe bislang keine Angaben gemacht wurden.
Bleiben noch 8400 qm, die als öffentliche Grünfläche ausgewiesen werden sollen. Im Entwurf umrahmen sie die Baufläche nach Westen und Süden. Die Stadt sieht in der Neuordnung des Karmann-Geländes eine Chance, die lange geplante Grünverbindung Rißmüllerplatz–Westerberg zu realisieren. Fußgänger könnten so vom Hotel Remarque über die Lürmannstraße und das Gelände der ehemaligen Strahlenklinik zum Wasserhochbehälter gelangen.
Anfang der 90er-Jahre war diese Wegeverbindung schon einmal zum Greifen nah. Doch dann standen die benötigten Flächen nicht mehr zur Verfügung. Zudem argumentierten Ornithologen, die Fußgänger würden Vögel beim Brüten stören. So wurde die Grünverbindung auf Eis gelegt.
Die Absicht des Investors ist mit den rechtsgültigen Bebauungsplänen nicht vereinbar. Franz Schürings, der Leiter des Fachbereichs Städtebau, nannte auf Anfrage keine Einzelheiten. Er bestätigte lediglich, dass es Überlegungen gebe, einen neuen Bebauungsplan für das Gelände aufzustellen. Darüber wird demnächst der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt beraten.

Bildtext: Bauen an der ehemaligen Karmann-Villa: In Hellgrün ist hier das geplante Wohngebiet mit neun Häusern eingezeichnet. Die dunkelgrün markierten Flächen bezeichnet die öffentliche Grünfläche.
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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