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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
100-Watt-Birne schon eine Rarität
Zwischenüberschrift:
Nach dem EU-Glühlampenverbot: Einzelhandel hat kaum noch Altbestände
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Seltenheitswert besitzen matte Glühbirnen schon jetzt. So ist auch dieses Foto vor dem 1. September entstanden. Foto: dpa
jod OSNABRÜCK. " Die Kunden haben mir alles rausgekauft, was noch die alte Glühbirnenform hat, auch die klaren unter 100 Watt, die es noch zwei Jahre geben wird", berichtet Sascha Städing, der im Baumarkt Nilsson für die Leuchtmittel zuständig ist.Ähnliches ist von anderen Einzelhandelsbetrieben zu hören. Unter unverkäuflichen Restbeständen nach dem Inkrafttreten der ersten Stufe des EU-weiten Glühbirnenverbots scheint keiner zu leiden.
Im Gegenteil. Die Kunden stünden in Trauben vor den Regalen und suchten verzweifelt nach matten Birnen, meldet Christel Rolf vom Einrichtungshaus Porta in Wallenhorst. Leider müsse sie die Kundschaft enttäuschen: " Unser Altbestand an 100-Watt-Birnen und an Matt-Birnen ist exakt null." Nahezu alle Kunden lehnten das von Brüssel verordnete Herstellungs- und Importverbot ab. " Die Leute sind von den Medien natürlich auch entsprechend eingestimmt worden", meint Rolf. " Das giftige Quecksilber, das kalte Licht, die verzögerte Helligkeit, damit müssen wir uns jeden Tag mehrfach auseinandersetzen." Der Beratungsbedarf sei immens gestiegen.
Nahezu ausverkauft an Glühlampen mit dem gängigen E-27-Sockel sind auch die Baumärkte Max Bahr, Praktiker und Hornbach. Im Hellweg-Baumarkt gibt es noch 100er, aber die 40er und 60er matt seien leer verkauft, ist aus der Elektroabteilung zu hören. Man habe vorher nicht in größerem Stil ordern können, denn: " Die Lieferanten hatten nichts mehr." An einem Vormittag Ende August seien 400 Fünfer-Packungen verkauft worden. Ein Verkäufer: " Mancher Einkaufswagen war randvoll mit Birnen. Ich glaube, die Kunden wollen das bei E-Bay verticken."
Wenn es trotz Umstellung keine Ladenhüter gibt, müsste der Einzelhandel doch eigentlich hochzufrieden sein? " Im Prinzip ja", sagt Sascha Städing von der Firma Nilsson. " Wenn es nicht eine starke Verunsicherung unter den Kunden gäbe. Derzeit geht fast kein Leuchtmittel ohne Beratungsgespräch über die Theke."
Ein weiterer kleiner Wermutstropfen sei die höhere Kapitalbindung durch die Nachfolgeprodukte: " Alle Regale müssen von Grund auf neu bestückt werden mit Produkten, die um ein Mehrfaches teurer sind als die alten. Die Industrie profitiert in erster Linie." Und der Großhandel? Wenn er noch Altbestände hätte, könnte und dürfte er auch nach dem 1. September an Einzelhandel und Handwerk liefern. Siegmar Boberg von Frommeyer + Ziegemeyer: " Wir haben aber nichts, im Gegenteil: Wir haben vierstellige Minusbestände bei manchen Auslaufartikeln. Das heißt, wir müssten eigentlich noch liefern, falls wir von irgendwoher Retouren hereinbekommen." Das Handelsverbot betreffe die Hersteller. Sie dürften innerhalb der EU nichts mehr von den indizierten Produkten in den Handel geben. Die nachgelagerten Handelsstufen jedoch seien befugt, ihre Läger abzuverkaufen.
Georg Völker verkauft Leuchtmittel bei Elektro Korte in der Herrenteichsstraße. Er hat seinen Frieden mit der gesetzlichen Neuregelung gemacht. Wenn sich einer über die Energiesparlampen beschwere, weil sie aussähen wie eine Darmverschlingung, dann verweist er auf die Halogen-Lampen in Birnenform: " Das sind die direkten Nachfolger der alten Glühbirnen, weil sie das Lampen-Design bei sichtbarem Leuchtmittel nicht beeinträchtigen."
Sicherlich seien die um einiges teurer als die alten Birnen, aber: " Sie wissen ja, wie das geht: Je mehr davon gekauft werden, desto billiger werden sie."



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