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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Wen macht die Banane krumm?
Zwischenüberschrift:
Produzent aus Ecuador berichtet in Osnabrück über Situation der Kleinbauern
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:

Sie werben für fair gehandelte Bio-Bananen (von links): Dirk Steinmeyer (Süd-Nord-Beratung), Juan Pio Quezada (Kleinbauer aus Ecuador), Anja Pauls (Weltladen Osnabrück) und Petra Koch (Café Bagels). Im Aktionszentrum 3. Welt an der Bierstraße sind die Biofrüchte erhältlich. Foto: Michael Hehmann

jan Osnabrück. Wen macht die Banane krumm, müsste es eigentlich heißen. Denn die meisten Plantagenarbeiter in Lateinamerika arbeiten unter menschenunwürdigen Bedingungen. Dabei bleiben ihre Gesundheit und das Wohl der Familie auf der Strecke.
Juan Pio Quezada aus Ecuador hat es besser getroffen. Er baut die gelben Früchtebiologisch an und kann sie mithilfe der deutschen Handelsorganisation " Banafair" zu garantierten Preisen vermarkten. Aus Anlass der " Fairen Woche" (siehe den Kasten links) ist der 52-jährige Kleinbauer derzeit auf Rundreise durch Deutschland. In Osnabrück diskutierte er unter anderen mit Berufsschülern in Haste und sprach in der Lagerhalle.
Seit vier Jahren bearbeitet Juan Pio Quezada mit seiner Frau und einem älteren Sohn ein fünf Hektar großes Feld, das im Landesvergleich eher klein ist. In Ecuador werden Bananen zu 80 Prozent konventionell angebaut. Das heißt, dass internationale Großkonzerne den Markt kontrollieren, dass bei der Produktion massiv Pestizide zum Einsatz kommen und dass die Arbeiter meist nur Hungerlöhne verdienen. Juan Pio Quezada hat sich dem Kleinbauernverband Urocal angeschlossen und kann mit dieser Rückendeckung einen anderen Weg beschreiten. Auf seinem Feld sind Chemikalien tabu. Er düngt mit Kompost und kultiviert die 5000 Bananenstauden in Handarbeit. Mit der Machete erntet er jeden Montag und kann inzwischen mehr als 2000 Kilogramm der Früchte vermarkten.
Juan Pio Quezada ist einer von weltweit 1, 5 Millionen Kleinbauern und abhängig Beschäftigten, die direkt vom fairen Handel profitieren. " Dadurch hat sich unsere wirtschaftliche Situation sehr verbessert", berichtet der Mann aus Ecuador. Das höhere Familieneinkommen hat den Kindern zum Beispiel eine bessere Ausbildung ermöglicht.
Juan Pio Quezada hat nach wie vor Angst, von den Großkonzernen verdrängt zu werden. Wenn der Absatz fair gehandelter Bio-Bananen zurückgehen sollte, hätten die Kleinbauern in Ecuador und anderswo keine Überlebenschance, sagt er. Deshalb appelliert er an die Kunden in Deutschland, beim Kauf der Früchte mehr auf die Herkunft und die Produktionsweise zu achten.
Petra Koch vom Café Bagels am Nikolaiort/ Ecke Herrenteichsstraße sagte bei einem Pressegespräch im Aktionszentrum 3. Welt an der Bierstraße spontan ihre Unterstützung zu. Sie hat ab sofort fair gehandelte Bananen im Angebot für den kleinen Hunger und die gute Tat zwischendurch.


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