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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Ein Brausebad kostete 40 Pfennig
Zwischenüberschrift:
Am Pottgraben stand das erste Warmbadehaus der Stadt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. " Treue Badegäste untröstlich", so hieß es am 18. Juli 1998, als die Neue OZ dem Pottgrabenbad eine ganze Seite widmete. Ein paar Tage später wurde das Badehaus geschlossen.
1883 eröffnete die Osnabrücker Badehaus-Aktiengesellschaft an der Pottgrabenbrücke das erste Warmbadehaus der Stadt. 1922 übernahm die Stadt das Gebäude. Damals wurde das Schwimmbecken, das zuvor noch sieben mal 15 Meter maß, auf 25 Meter verlängert. 1930 wurde das Bad erneut ausgebaut.
Diesen Zustand zeigt die historische Ansichtskarte aus den 1930er-Jahren. Der Blick geht vom Pottgraben hinein in die Heinrich-Heine-Straße in Richtung Hauptbahnhof. Das Schwimmbad ist rechts zu sehen.
Erste Schäden erlitt das Badehaus 1944, doch nach kurzer Instandsetzung konnte es mehrmals wieder eröffnet werden. Am 19. Februar 1945 zerstörten neun Bomben das Gebäude jedoch völlig. Übrig blieben nur ein paar Wände und ein riesiger Schutthaufen. Was noch verwertbar war, wurde geraubt.
Kurz nach dem Krieg begannen Handwerker mit dem Wiederaufbau. Zunächst wurden die noch erhaltenen Maschinenanlagen vor dem Einfluss der Witterung geschützt, 1949 errichteten Arbeiter den Rohbau des Kesselhauses. Das Dach und der Schornstein, der für viele fast wie ein Wahrzeichen war, wurden Ende des Jahres repariert.
Um den Bau voranzutreiben, engagierten sich Osnabrücker Bürger, Sportvereine und Gewerkschaften mit finanziellen Gaben, und auch der Rat der Stadt bewilligte Mittel für den Wiederaufbau. Im April 1951 vermeldete das Osnabrücker Tageblatt schließlich mit der Überschrift " Auf die Plätze", den baldigen Eröffnungstermin der Badeanstalt.
Im Jahr 1955 eröffnete die Reinigungs- und Heilbäderabteilung. Damals war ein Brausebad für 40 Pfennig zu haben, ein Dampfbad mit Massage kostete 4 Mark.
Bis zum 23. Juli 1998 kraulten im Pottgrabenbad Schwimmer, dann wurde der Stöpsel gezogen.
Mit millionenschweren Umbauarbeiten wurde die Badeanstalt in das aufwendig gestaltete Alando Palais verwandelt. Verziert mit mediterranen Elementen aus Gips und Pappe, bietet die Disko zwei Säle mit unterschiedlichen Musikrichtungen und Bars. Hier finden Schulpartys, Bälle, Konzerte und Flohmärkte statt.

Bildtext: Im ehemaligen Pottgrabenbad lassen heute Nachtschwärmer die Hüften wippen. Eröffnet wurde die Badeanstalt 1883. Die Ansichtskarte stammt von Helmut Riecken. Foto: Michael Hehmann
Autor:
Marie-Luise Braun


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