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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Der Fluchtlinien-Kampf geht weiter
Zwischenüberschrift:
Die Neustadt will aufbauen:
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Oberbürgermeister und Ratsherren bei der Interessengemeinschaft der Neustadt - Autobusbahnhof vor dem Hotel Schaumburg? - Wochenmarkt für die Neustadt am Pottgrabenplatz angeregt

Die Interessengemeinschaft der Neustadt ist mit Volldampf in ihre Aufgaben hineingesegelt. Schon die zur letzten Ratssitzung eingebrachten Dringlichkeitsanträge kurz nach der Gründungsversammlung der Gemeinschaft bewiesen, daß man mit aller Energie an eine Änderung der Verhältnisse in der Neustadt herangehen und eine solche Änderung möglichst sofort herbeiführen will. Der Widerhall dieser Bestrebungen in weiten Kreisen der Neustadt hat nicht auf sich warten lassen. Waren zur ersten Versammlung noch verhältnismäßig wenige Neustädter erschienen, so zeugte die zweite mit ihrem überaus starken Besuch dafür, daß die Neustädter wissen: Hier in der Interessengemeinschaft wird deine Sache verhandelt.

Es ging zunächst einmal vordringlich um die Sache der Anlieger von Johannisstraße, Johannismauer und Petersburger Wall, die seit Jahren auf eine endgültige Festsetzung der Fluchtlinien warten, um bauen zu können. Der Rat hatte vor zwei Jahren beschlossen, die über Johannismauer - Petersburger Wall laufende Ringstraße in einer Breite von 24 Meter zu bauen. Ein Großteil der Anlieger hatte Einspruch erhoben; der Beschlußausschuß hat daraufhin festgelegt, daß eine Breite von 21 Meter genügen werde. Im Rat aber gehen noch immer die Kämpfe hin und her und prallen Meinungen aufeinander, ob eine Revidierung des Ratsbeschlusses und eine Festsetzung auf einer Breite von 21 Meter erfolgen soll.
Die Interessengemeinschaft hatte gehofft, durch ihren Dringlichkeitsantrag bei der letzten Ratssitzung einen endgültigen Beschluß erreichen zu können. Er wurde aber auf noch schwebende Verhandlungen mit Anliegern hingewiesen, die Ratsherrn Bensmann veranlaßt hatten, eine Vertagung dieses Punktes der Tagesordnung zu beantragen. Nun stellte sich aber in der Versammlung heraus, daß derartige Verhandlungen gar nicht bestehen. Alle Anlieger, deren Namen in der Ratssitzung genannt worden sind, erklärten übereinstimmend, daß sie nicht wegen Einspruches gegen die Fluchtlinien Verhandlungen mit dem Liegenschaftsamt hätten. Man sprach von einer Verzögerungstaktik seitens des Bauamtes.
Oberbürgermeister Herlitzius, der neben den Ratsherren Jaax, Buddenberg, Mönter, Pape, Lange, Haas und Eichholz anwesend war, erklärte, ein Beschluß des Beschlußausschusses sei für den Rat nicht bindend. Der Ring müsse geschaffen werden. Man habe das Projekt aber in der letzten Sitzung zurückgestellt, weil noch Verhandlungen mit den Anliegern schwebten. Die Frage der Finanzierung eines 12-Millionen-Projektes, wie es der gesamte Fluchtlinienplan der Stadt darstelle, könne nur dahin beantwortet werden, daß auch unsere Nachkommen noch ihren Teil daran zu tragen hätten.
Auf die übrigen Dringlichkeitsanträge der Neustädter eingehend, wies der Oberbürgermeister darauf hin, daß die Neugestaltung des Rosenplatzes längst beschlossen sei. Der vordere Teil solle als Autobushaltestelle, der andere parkartig ausgebaut werden. Für das Pottgrabenbad sei im Etat ein Betrag von 60 000 DM vorgesehen. Man wolle zunächst das Schwimmbad fertigstellen. Im Fledder seien die Anfänge zur Ansiedlung neuer Industrien gemacht mit der Kleiderfabrik. Man habe auch die Hannoversche Straße dieserhalb kanalisiert. Weiter gab Oberbürgermeister Herlitzius noch bekannt, daß man in einer Sitzung des Verkehrsausschusses den Platz vor dem ehemaligen Hotel Schaumburg als Autobusbahnhof in Erwägung gezogen habe, der sehr zentral gelegen sei.
In der weiteren Diskussion wurde auch die Frage erörtert, warum man nicht bei dem alten Projekt einer Ringstraße über den Rosenplatz geblieben sei. Oberbürgermeister Herlitzius erklärte, daß man diesen Plan auch jetzt noch einmal sehr eingehend geprüft habe. Aber man könne dann einen Durchbruch zum Bahnhof nur schaffen, wenn ein Teil der Schepelerstraße abgerissen werde. Das sei zu umständlich.
Die Frage, ob 24 oder 21 Meter Breite der Ringstraße war ebenfalls Gegenstand einer heftigen Debatte. Ratsherr Buddenberg machte geltend, daß die Martinistraße mit 15 Meter Breite den Verkehr sehr gut bewältigen könne und für den Neuen Graben im Fluchtlinienplan auch nur 21 Meter vorgesehen seien. Es wurde ferner betont, daß alle Anlieger gegen die 24-Meter-Straße seien und auf den vorgesehenen Grünstreifen in der Mitte der Straße verzichten würden, wenn sie ihn hinter ihrem Hause behalten könnten. Zudem stelle er nur ein Hindernis beim Überqueren der Straße dar.
Auf der Gegenseite machten die Ratsherren Lange und Haas geltend, daß man die einzelnen Straßen im Rahmen der Gesamtplanung der Stadt sehen müsse und daß man gar nicht wisse, wie stark der Verkehr sich in den nächsten 50 und mehr Jahren entwickeln werde. In anderen Städten sei man beim Wiederaufbau weitaus großzügiger verfahren.
Eine Abstimmung ergab, daß außer einem sämtliche anwesenden Mitglieder der Interessengemeinschaft der Neustadt gegen eine Straßenbreite von 24 Meter waren.
Ratsherr Pape machte den Vorschlag, noch einmal eine Besprechung zwischen Liegenschaftsausschuß, Verwaltung und Anliegern zu halten. Oberbürgermeister Herlitzius sagte zu, daß in der nächsten Ratssitzung die Fluchtlinienfrage Johannisstraße, Petersburger Wall und Johannismauer nochmals auf die Tagesordnung gesetzt werde, wenn ein neuer Dringlichkeitsantrag der Interessengemeinschaft über einen Ratsherrn eingereicht werde, und die Ratsherren Jaax und Eichholz erklärten, daß sie angesichts des Abstimmungsergebnisses sich für 21 Meter Straßenbreite einsetzen würden.
Zu Beginn der Versammlung hatte nach der Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden Jakob Lückertz der neue Geschäftsführer der Vereinigung, Ernst August Marahrens, dessen Mutter schon in der alten Bürgerlichen Vereinigung der Neustadt eine führende Rolle gespielt hat, auf weitere Wünsche der Neustadt hingewiesen, so Wochenmarkt für die Neustadt einmal in der Woche (man hat den Pottgrabenplatz dafür vorgeschlagen), Bau von Postamt und Sparkasse und Verlegung von Behördenstellen in die Neustadt, Autobushaltestelle für alle nach dem Süden und Westen fahrenden Omnibusse am Rosenplatz.
Oberbürgermeister Herlitzius sagte zu, daß man an Postamt und Sparkasse für die Neustadt denke und die Polizei wieder in der Neustadt aufbaue. Auch auf die verkehrsmäßigen Belange der Neustadt werde man Rücksicht nehmen.
Daraufhin schloß Jakob Lückertz die Versammlung mit der Feststellung, daß die Neustädter jetzt doch ein wenig hoffnungsvoller der kommenden Ratssitzung und der Zukunft entgegenblicken. Die Ausführungen des Oberbürgermeisters und mehrerer Ratsherren hätten bewiesen, daß man auch im Rat geneigt sei, endlich für die Neustadt zu sorgen. Es müsse etwas getan werden, und zwar sofort. Man beneide die Altstadt nicht darum, daß der Aufbau dort vorangehe, aber man fordere für die Neustadt, daß sie nicht völlig vernachlässigt werde. In diesem Sinne werde die Interessengemeinschaft der Neustadt auch die weitere Arbeit anpacken.


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