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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Eine Bank vor den Gräbern
Zwischenüberschrift:
Bürgerverein beschildert archäologisches Denkmal
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. " Bis vor Kurzem wusste ich selbst nicht, dass wir so etwas hier in Eversburg haben", gibt Friedhelm Groß vom Bürgerverein Eversburg zu. Die Rede ist von den rund 4000 Jahre alten Hügelgräbern, die an einem Waldweg im Natruper Holz direkt hinter dem Städtischen Klinikum von der vorgeschichtlichen Vergangenheit des Gebietes zeugen.
Der Bürgerverein hat jetzt eine Hinweistafel und eine Parkbank am Ort des steinzeitlichen Friedhofs aufgestellt. Wie Friedhelm Groß wird es vielen gehen. Unscheinbar und zugewachsen, fallen die vier Gräber nicht auf Anhieb auf, auch wenn man über eines beinahe stolpert, weil der Waldweg direkt darüber verläuft. Der Bürgerverein beschloss deshalb, mit einer Informationstafel auf das archäologische Denkmal hinzuweisen. Fachliche Unterstützung für die Gestaltung bekam der Verein von Axel Friederich von der Stadt- und Kreisarchäologie Osnabrück.
Fußgänger können nun vor Ort erfahren, dass die vier Grabhügel mit ihren 15 bis 20 Metern Durchmesser und einer Höhe von knapp über einem Meter die typische Form von Einzelgräbern aus der ausgehenden Jungsteinzeit aufweisen und deshalb auf die Zeit rund 2000 vor Christus zu datieren sind.
Typisch für derartige Hügelgräber seien auch Gipfelmulden. Sie weisen auf frühere " Raubgrabungen" hin, sagt Friederich. Besonders im 18. und 19. Jahrhundert seien Ausgrabungen in Hügelgräbern ein beliebtes Hobby von Adeligen gewesen. Viele Spuren für die heutige Archäologie seien damit aber auch zerstört worden.
Die Hügelgräber am Klinikum sind nicht die einzigen, die in Eversburg bekannt sind. Allerdings sind es die letzten noch Erhaltenen. Früher habe es auch östlich des Klinikums und in der Nähe der Eversheide Grabhügel gegeben, erläutert Friederich. Diese seien allerdings der Landwirtschaft zum Opfer gefallen. Auch die Hügelgräber am Klinikum wären vor zwanzig Jahren beinahe verschwunden. Das Klinikum war zu der Zeit noch Bundeswehrkrankenhaus und plante, eine große Apotheke an der Stelle der Gräber zu errichten.
Auch damals war es der Bürgerverein, der sich für das Kulturdenkmal einsetzte, indem er sich mit einer Eingabe an die Stadt wandte. Mit Erfolg: Der Bau der Apotheke wurde nicht genehmigt, und Eversburg behielt seine letzten Hügelgräber.

Bildtext: Probesitzen: Ingrid Arendt, Friedhelm Groß und Eberhard Altemeyer auf der neuen Bank vor den 4000 Jahre alte Hügelgräbern. Foto: Egmont Seiler
Autor:
stoc


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