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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Kanalbauer liegen voll im Zeitplan
Zwischenüberschrift:
Die Eversburger Brücke 79 soll im Dezember fertig sein
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. " Wir haben erst mal kräftig Wasser gemacht", sagen die Kanalbauer. Das heißt, sie haben den Wasserspiegel des Stichkanals auf die neue Breite von 39 bis 46 Meter ausgebaggert. Die Vertiefung der Kanalsohle und damit die Herstellung des endgültigen Kanalprofils gehört zu den späteren Feinarbeiten. Westlich der im Bau befindlichen Brücke 79 (" Die Eversburg") ist der Lückenschluss an die zuvor ausgebaute Strecke bis zur Brücke 78 (" Offers-Brücke) in Pye im Groben geschafft.
" Schönes Wetter, keine Unfälle, gutes Auskommen mit der interessierten Bevölkerung und den Wassersportlern es ist eine gute Baustelle für uns", fasst Christoph Temmen, Bauleiter der Firma Bunte, Papenburg, zusammen. Habe es anfangs schon mal etwas geknirscht, weil sich die allgemeine Schifffahrtssperre werktags von 8 bis 18 Uhr noch nicht bei allen Wassersportlern herumgesprochen hatte, so klappe die Kommunikation nun bestens. " Wenn die Ruderer oder Kanuten mal eine Regatta haben, dann sprechen die uns an, und dann machen wir möglich, was möglich ist", berichtet Temmen.
Die Anwohner interessiert naturgemäß besonders, wann denn die neue Kanalbrücke 79 im Zuge der Straße Die Eversburg wohl fertigwird. Seit 14 Monaten müssen sie ohne diese kürzeste Verbindung zwischen Eversburg und Pye auskommen. Bert Dieme, beim Neubauamt für den Mittellandkanal (NBA) für die Bauüberwachung zuständig, geht davon aus, dass der Zeitplan eingehalten werde und noch im Dezember die Verkehrsfreigabe erfolge. Anders als die übrigen sechs Brücken, die zuvor im Zuge des Stichkanal-Ausbaus ersetzt wurden, wird die Brücke 79 nicht von einem Stahlbogen überspannt, sondern in Spannbeton mit einem unterhalb der Fahrbahn liegenden " Rahmenriegel", der die Stabilität über die Stützweite von 53 Meter bringt, ausgeführt. Noch verdeckt dieHolzschalung den Betonüberbau.
Freie Pkw-Fahrt kann erst dann gegeben werden, wenn auch die südlich an die Kanalbrücke anschließende " Römerbrücke" über denHase-Altarm saniert ist. Hier hatte es im vergangenen Jahr Ärger gegeben, weil der Stadtentwicklungsausschuss die Brücke für den Autoverkehr schließen wollte. Das hätte die kuriose Konsequenz gehabt, dass der 2, 6 Millionen Euro teure Neubau der (zweispurigen) Kanalbrücke nur Fußgängern und Radfahrern zugutegekommen wäre, während der gesamte Pkw-Verkehr sich über die einspurige Brücke Nr. 80 im Zuge der Glückaufstraße hätte quälen müssen.
Auch unter dem Eindruck von 1300 Unterschriften empörter Bürger wurde der Beschluss Anfang November 2008 kassiert. Die Stadtverwaltung erhielt den Auftrag, die Brücke so weit ertüchtigen zu lassen, dass wieder einspuriger Pkw-Verkehr möglich ist. Jürgen Schmidt, Fachdienstleiter Straßenbau, bestätigte die Auftragsvergabe und die geplante Fertigstellung der Arbeiten " zeitgleich mit der Verkehrsfreigabe der Brücke 79".
Unterdessen bringen die Schubleichter Stück für Stück Eversburger Boden auf die weiter nördlich am Stichkanal und am Mittellandkanal gelegenen Deponien. Der auf einem Ponton schwimmende Spezialbagger kann mit einem Hub drei Kubikmeter in seine Schaufel nehmen und in den Leichter entleeren. 200 bis 220 Kubikmeter Boden passen in einen Leichter hinein, bevor der " Schieber" ihn sich vor die Brust nimmt und damit Richtung Hollager Schleuse abdampft. In einer Tagschicht könnte ein Bagger 2500 Kubikmeter oder 12 Schuten füllen. Auf dieser Baustelle seien aber maximal neun Umläufe möglich, da das langwierige Schleusen den begrenzenden Faktor darstelle, erklärt Temmen.
Bert Dieme vom NBA erläutert, was mit dem Boden passiert: " Wir bringen auf die Deponiefläche zunächst eine Schicht von ein bis zwei Metern Mächtigkeit auf. Mehr auf einmal geht nicht. Der Boden muss erst trocknen, sonst kann man nicht mehr mit dem schweren Gerät zum Verteilen darauf herumfahren." Derweil werde die nächste Deponie angefüllt, zurzeit die " Fläche 5" amMittellandkanal neben demHase-Düker. Der Boden wird endgültig eingebaut, er ist nicht mehr für den Wirtschaftskreislauf verwertbar. " Da ist zu viel Schluff und Ton drin, aber ungleichmäßig, da kann man nichts mehr mit machen", sagt Dieme. Wenn der Bodeneinbau die genehmigte Endhöhe erreicht hat, wird die Deponie renaturiert. " Auch dafür gibt es einen Pflanzplan", erläutert Dieme, " wir gestalten das ein wenig mit inselförmigen Anpflanzungen, den Rest macht die Natur von alleine."
Anfang September beginnen Temmen und seine Leute mit dem " Andecken" des im Rohbau fertiggestellten Uferdamms der Weststrecke im Ausbauabschnitt. Unter Deckwerk verstehen die Wasserbauer Geotextilfilter, Schüttsteine, die durch aufgespritzten Beton verklammert werden, und darauf die Oberbodenemulsion für die Bepflanzung. In der Wasserlinie sind in Abständen Gruppen von Schwertlilien und anderen Wasserpflanzen vorgesehen. Auf der Dammkrone darf nichts anderes als Gras wachsen. Temmen: " Das wird als Hochwasserschutzdeich gegen die Hase angesehen. Bäume und Buschwerk könnten angeblich die Standsicherheit beeinträchtigen."
Auf der Oststrecke des Ausbaus, also zwischen Brücke 79 und dem Piesberger Hafen, soll es im Dezember mit den schweren Erdarbeiten losgehen. Bislang wurden dort nur vorbereitende Arbeiten ausgeführt. Der Düker Nr. 83 ist fertig, er leitet den Piesberger Bach unter dem Kanal her. Die Piesberger Steinindustrie Cemex hat eine Wasserentnahme aus dem Kanal genehmigt bekommen.
Für die Berufsschifffahrt bleiben derweil nur schmale Zeitkorridore, um zwischen Ende der Sperrzeit 18 Uhr und der einsetzenden Dunkelheit den Osnabrücker Hafen zu erreichen. Der Güterverkehr auf dem Kanal kommt fast zum Erliegen, und keiner merkt′s oder schreit auf? " Nein, ganz so ist das nicht", sagt Dieme, " es fahren schon noch einige Schiffe. Wenn es weniger sind als vorher, dann liegt es an der Wirtschaftsflaute und nicht an unserer Baustelle."

Bildtext: Moderne Technik im Einsatz: Der Bagger befüllt einen Schubleichter mit dem Aushub aus dem verbreiterten Stichkanal. Das Ufer ist bereits hergestellt. Fotos: Joachim Dierks
Noch eingeschalt ist die Brücke 79. Sie wird gebaut in Spannbeton-Bauweise mit einem unter der Fahrbahn liegenden Rahmenriegel.
Autor:
Joachim Dierks


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