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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Am Ende bekamen die Nahner Bürger, was sie wollten
Zwischenüberschrift:
Die neue Volksschule wurde 1909 in nur sechs Monaten an der Iburger Straße errichtet
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Übervolle Klassenräume, Kriegstote und protestierende Eltern: Die Franz-Hecker-Schule blickt zum 100-jährigen Jubiläum auf eine bewegte Geschichte zurück. Am Ende bekamen die Nahner Bürger, was sie wollten die königliche Regierung in Osnabrück bewilligte der damals noch selbstständigen Gemeinde einen Schulneubau. Zuvor waren die Kinder bis zum Rosenplatz, nach Voxtrup oder selbst bis Harderberg und Malbergen zum Unterricht gelaufen. Die neue Volksschule, in nur sechs Monaten an der Iburger Straße errichtet, feierte am 11. November 1909 mit 150 Personen im Kaffeehaus Paradies ihre Einweihung. Sie nahm " unter abwechselnden Toasten und Deklamationen einen recht angenehmen Verlauf", wie die katholische Osnabrücker Volkszeitung notierte. Weniger gefällig erscheinen die Verhältnisse beim Blick zurück in die Klassenzimmer, denn 121 Schüler teilten sich zwei Räume und zunächst nur einen Lehrer. Schulausfall wegen Kohlenmangel und Grippeepidemie bestimmte in den letzten Jahren des Ersten Weltkrieges den Alltag. Dann Revolte nach der Kapitulation: Gegen die Abschaffung des Religionsunterrichtes protestierten auch in Nahne die Eltern und erreichten die Aufhebung der Verordnung.
Als junger Lehrer unterrichtete Erich Maria Remarque für drei Monate in Nahne. Doch er hängte den Job nach dieser Vertretungszeit an den Nagel und wurde später Osnabrücks berühmtester Schriftsteller.
Ab 1933 prägte eine zunehmende Einflussnahme der Nationalsozialisten den Schulalltag. Mehr Leibesertüchtigung und die Verarbeitung politischer Themen im Deutschaufsatz standen auf dem Stundenplan. Und: Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg wurde die katholische Schule erstmals für Kinder aller Bekenntnisse geöffnet.
Die größte Tragödie der Schulgeschichte ereignete sich im November 1944. Eine Bombe detonierte im Eingangsbereich eines Bunkers am Schölerberg und tötete mehr als 100 Menschen, darunter 34 Kinder und drei Lehrer der Schule. Unter den Toten war auch der bekannte Maler Franz Hecker, dessen Namen die Schule seit 1972 trägt. Zu Beginn des Baby-booms ab den späten 1950er- Jahren erweiterte man in jetzt dritter Ausbauphase die Schule. Unterschiedlich entwickeln sich die Anmeldungszahlen ab 1990: Mal bangte man schon um den Schulstandort, dann musste ein externer Klassencontainer aufgestellt werden, um alle Schüler unterrichten zu können. Heute sichert das veränderte Einzugsgebiet bis zur Lutherkirche eine sichere Zweizügigkeit der Klassen.
Die aktuell 142 Schüler aus verschiedenen Nationen kommen während des Unterrichtes mit den Schwerpunkten " Gesund leben lernen" sowie einem veränderten Mathematik- und naturwissenschaftlichen Unterricht in Berührung. " Wir wollen verloren gegangenes Vorstellungsvermögen wieder auffrischen und in Physik, Chemie und Technik für eine Anschlussfähigkeit an den weiterführenden Schulen sorgen", sagt Rektor Günter Nordmann. Eine Annäherung an die Grundschule soll mit einem Brückenjahr für die baldigen Abgänger im Kindergarten beginnen: Ein Jahr vor der Einschulung haben sie schon Kontakt zu ihrer künftigen Schule.

Bildunterschriften:

Das erste Schulhaus, hier eine Zeichnung aus der Gründungszeit, bot 121 Schülern in zwei Klassen Platz.
Der beginnende Babyboom der Nachkriegszeit führte dazu, dass die Franz-Hecker-Schule erneut erweitert wurde.
Oberlehrer Wübbel, der erste Schulleiter, rauchte gern.
Autor:
steb


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