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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Gegen das Vergessen
Zwischenüberschrift:
Gunter Demnig verlegte elf weitere Stolpersteine
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Messingplatten im Gehweg erinnern an die Schicksale von Opfern des NS-Regimes. Der Kölner Künstler Gunter Demnig verlegte gestern weitere elf Stolpersteine in Osnabrück. Er spielt auch eine Rolle in dem Film dreier ehemaliger Gymnasiasten, den sie in der kommenden Woche im Rathaus vorstellen werden.
Gunter Demnigs Terminkalender sieht aus wie ein Tourneeplan. Und der ist bis weit ins kommende Jahr hinein gefüllt. Er ist unterwegs in 481 Städten und Gemeinden Deutschlands, darüber hinaus in Österreich, Ungarn, Tschechien, Polen, den Niederlanden und der Ukraine. Im vergangenen Jahr legte er mit seinem Transporter mehr als 50000 Kilometer zurück. In diesen Ländern liegen bereits 20 400 Stolpersteine davon 75 in Osnabrück. Meist vertreten ihn Helfer bei der Verlegung. In Osnabrück sind es Berufsschüler vom Westerberg.
1996 verlegte der Künstler die ersten Stolpersteine in Berlin-Kreuzberg damals noch illegal. Doch seit 2000 beteiligen sich Kommunen an seiner Initiative. Erst im Laufe der Jahre bemerkte Gunter Demnig, dass seine Idee zum Gedenken der Opfer zu einer Lebensaufgabe heranwuchs, deren Ende nicht abzusehen ist. " Das hatte ich nicht geahnt."
" Ein Mensch ist erst vergessen . . .", lautet der Titel, den Tobias Hoffmann, Marcus Hübner und Jurek Milde ihrem Film über das Stolperstein-Projekt in Osnabrück gegeben haben. Damit greifen sie einen Satz auf, der Gunter Demnig am Herzen liegt und den er so beendet: " . . . wenn sein Name vergessen ist." Und er möchte eben die fast vergessenen Namen der Opfer " in die Städte zurückbringen".
Eine Viertelstunde dauert der Film der drei Ex-Schüler sie haben mittlerweile ihr Abitur –, den sie begannen mit einer Aufgabe im Deutschunterricht im vergangenen November. Sie suchten sich die Stolpersteine als Thema aus, und es zog die Macher so in den Bann, dass sie daraus weit mehr machten als verlangt. " Zum Schluss ging es uns dabei gar nicht mehr um die Schule", sagte Jurek Milde.
Hakenkreuze überall in der Stadt der Film beginnt mit historischen Aufnahmen. Die Schüler interviewten eine Zeitzeugin, Bewohner von Häusern, vor deren Türen jetzt Stolpersteine liegen, und Paten, die über ihre Motive berichten. Manchmal arbeiteten sie einen halben Tag für eine 15 Sekunden lange Sequenz. Der Film wird am Dienstag, 15. September, um 17 Uhr im Ratssitzungssaal vorgeführt.
Während der kommenden Wochen werden wir über die Schicksale der Opfer des NS-Regimes berichten, an die die neuen Stolpersteine erinnern.
Video auf www.neue-oz.de »

Bildtext:

Das Handwerk des Künstlers: Gunter Demnig begann gestern früh seine Arbeit auf dem Gehweg der Ziegelstraße 6. In verschiedenen Stadtteilen erinnern jetzt weitere elf Stolpersteine an Opfer des NS-Regimes. Fotos: Thomas Osterfeld

Der Film über Stolpersteine in Osnabrück: Dr. Gerhard Kothmann vom Initiativkreis, Jurek Milde, Bürgermeisterin Karin Jabs-Kiesler und Gunter Demnig präsentierten das Werk mit dem Titel " Ein Mensch ist erst vergessen . . .". Foto: Egmont Seiler
Ins Pflaster eingelassen wurden diesmal gestern insgesamt 11 Stolpersteine.
Autor:
Jann Weber


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