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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Fingerdick bemehlt vom Staub
Zwischenüberschrift:
Das Schloss wird für vier Millionen Euro saniert
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Wo einmal das geschwungene Treppenhaus war, gähnt jetzt ein riesiges Loch. In der oberen Etage dröhnt noch ein Presslufthammer. Und in der Aula liegt fingerdick weißer Staub wie Mehl, darin hinterlassen unsere Fußabdrücke Spuren. Das Schloss am Neuen Graben ist eine einzige Baustelle.
Im Zweiten Weltkrieg sank das ehemals Fürstbischöfliche Schloss am Neuen Graben in Schutt und Asche. Nur die Außenmauern blieben erhalten. Und der Wiederaufbau nach dem Krieg litt unter der damaligen Materialknappheit: schiefe Wände und krumme Fußböden. Auch gab es nur ein zentrales Treppenhaus. Das Land Niedersachsen hat sich aber zum Ziel gesetzt, alle öffentlichen Gebäude auch behindertengerecht auszustatten. Unter anderem wird deshalb ein Aufzug eingebaut. Insgesamt ist die Innensanierung mit vier Millionen Euro veranschlagt.
Uni-Architekt Andreas Henemann entwickelte dazu ein umfangreiches Paket, wobei die Pläne zum Teil sogar tiefgreifend in die Nachkriegs-Bausubstanz eingreifen: An erster Stelle steht dabei ein komplett neues Treppenhaus mit einem Aufzug sowie eine neue Eingangssituation, um das Schloss künftig auch behindertengerecht zu erschließen. Außerdem wird es neue Toilettenanlagen und eine Elektroinstallation nach modernem Standard im ganzen Haus geben.
" Die Aula brauchte eine bessere Bühnentechnik und muss vergrößert werden", zählt Henemann weiter auf, " der Brandschutz muss verbessert werden, Büros und Übungsräume sind zu überarbeiten." Denn beim jetzigen Abriss kam auch zutage, mit welch bescheidenen Mitteln nach dem Krieg gebaut wurde: Etwas Pappe, Dachlatten und Heraklitplatten aus gepresster Holzwolle, daraus bestehen die alten Trennwände.
Hinzu kommen organisatorische Verlagerungen: Der Musiksaal wandert vom Erdgeschoss in die zweite Etage, wo die Musik ohnehin zu Hause ist. An seiner Stelle entsteht ein neuer Senats-Sitzungssaal. Und gleich neben den evangelischen Theologen wird der Islamwissenschaftler Prof. Bülent Ucar sein Büro einrichten.
Ein paar Meter weiter, an der Seminarstraße 22, wird ebenfalls gebaut. Das Erweiterungsgebäude war 1974 mit dem Wunsch errichtet worden, einen architektonisch interessanten Gegensatz zum barocken Schloss zu bilden. Nun ist die Fassade marode und wird mit 4, 9 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II saniert.
Anstelle der altersschwachen Fenster und Strukturbetonbrüstungen im Braun der 70er-Jahre werden künftig Aluminium-Glasfassadenelemente die äußere Hülle bilden.
Alle Dachflächen werden saniert und begrünt. " Durch diese Maßnahmen wird das Gebäude nicht nur funktional und gestalterisch aufgewertet, sondern auch den neuesten Energieeinsparmaßnahmen gerecht werden", meint Henemann.

Bildtext: Im Treppenhaus gähnt ein riesiges Loch: Architekt Andreas Henemann und Uni-Vizepräsident Prof. Thomas Vogtherr bei der Baustellenbesichtigung. Foto: Klaus Lindemann
Autor:
Frank Henrichvark


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