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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Wohlklingende Holzveredelung
Zwischenüberschrift:
27. Osnabrücker Baumpflegetage – Wettstreit zwischen Stradivari und mit Pilzen behandelter Geige
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Mit einem spektakulären Versuch starten heute die 27. Osnabrücker Baumpflegetage. Der britische Star-Violinist Matthew Trusler kommt mit seiner zwei Millionen Euro teuren Stradivari aus dem Jahr 1711 in die Stadthalle und vergleicht ihren Klang mit vier anderen Geigen.
Der Schweizer Forscher Francis Schwarze hat ein Verfahren gefunden, wie er heutzutage Violinen bauen kann, die das gleiche Klangbild besitzen wie die Instrumente des berühmten italienischen Geigenbauers aus dem 18. Jahrhundert.
Holzzerstörende Pilze, die sonst dafür sorgen, dass alte Bäume gefällt werden müssen, sind für den guten Klang der Geigen verantwortlich. " Sie knabbern nur bestimmte Zellwände an. So bekommt das Holz die gleichen Eigenschaften wie das Ahorn-Holz, aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts die Geigen Stradivaris gebaut wurden", erklärt Thomas Maag vom Eigenbetrieb Grünflächen der Stadt Osnabrück, der bei den Baumtagen als Seminarleiter tätig ist.
" Bioincising" wird dieses Verfahren genannt. Es ist an der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (EMPA) in St. Gallen entdeckt worden. Der Wissenschaftler Marc Schubert spricht heute um 9.30 Uhr über dieses Thema. Eineinhalb Stunden später macht sich Matthew Trusler ans Werk.
Der 33-Jährige spielt hinter einem Vorhang auf seiner Stradivari und vier anderen Geigen, die Michael Rhonheimer aus seinem Geigenatelier in der Schweiz mitbringt.
Zwei von ihnen sind mit dem Pilz behandelt worden, zwei nicht. Eine Fachjury und das Publikum, die die Geigen nicht sehen können, sollen bewerten, ob und welche Unterschiede sie hören. Da der Versuch Teil der Tagung ist, müssen Besucher einen Eintrittspreis von 50 Euro bezahlen. Der Preis für einen kompletten Tagungstag beträgt 110 Euro.
Der Geigenblindversuch hat einen wirtschaftlichen und einen wissenschaftlichen Hintergrund, wie Thomas Maag erläutert. " Es geht darum, dass die Eigenschaften von Holz relativ simpel verbessert werden können", sagt er und nannte als Beispiel die Imprägnierung von Holz.
Die 27. Osnabrücker Baumtage widmen sich aber auch anderen Themen wie Klimawandel, Wurzelraum und Baumkrankheiten. Insbesondere geht es um Bäume in der Stadt. Am Beispiel Tokio erklärte Thomas Maag, wie wichtig sie für das Klima einer Stadt sind. In der japanischen Metropole gebe es so gut wie kein Grün. Daher ist es dort kaum möglich, dass die Temperatur in den heißen Sommern sinkt. " Das geht nur mit Grün", sagte Maag. In Osnabrück herrsche dagegen ein gutes Klima.
Maag verwies auch darauf, dass es wieder die beliebte Climbers Corner geben wird. Neben Seilklettertechnik-Demonstrationen, die heute gegen 16.30 Uhr im Schlossgarten stattfinden, werden erstmalig Vorträge zu dem Thema angeboten.
Autor:
tw


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