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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Tierfreunde streiten um Grundstück
Zwischenüberschrift:
Boxer-Klub soll Quarantänestation weichen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Die Stadt hat den seit 30 Jahren bestehenden Pachtvertrag mit dem Boxer-Klub Osnabrück nicht verlängert. Auf dem Vereinsgelände in Hellern soll voraussichtlich ab 2011 eine Quarantänestation des nahe gelegenen Tierheims Osnabrück entstehen. Für 80 aktive Mitglieder mit 50 Hunden eine Hiobsbotschaft.
" Wir fühlen uns richtig im Stich gelassen", ärgert sich Carsten Klopsch, Vorsitzender des Boxer-Klubs Osnabrück. " Erst durch Dritte haben wir erfahren, dass unser Gelände verkauft werden soll. Die Stadt hatte sich gar nicht gemeldet." Das darauf folgende Kaufangebot des Vereins wurde von einem Ratsgremium abgelehnt, den Zuschlag erhielt der " Tierschutz Osnabrück und Umgebung e. V. von 1875", der genau an dieser Stelle die Errichtung einer Quarantänestation plant.
Ulrich Obrock, Fachdienstleiter Grundstücke und Gebäude der Stadt Osnabrück, bestätigt: " Der Tierschutz hat uns das Gelände abgekauft. Die Errichtung der Quarantänestation ist von öffentlichem Interesse. Die Stadt unterstützt das und hat einstimmig beschlossen." Roswitha Kriege, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit im Boxer-Klub, wehrt sich: " Warum ausgerechnet genau auf unserem Gelände? Die Erziehung und Ausbildung von Hunden ist außerdem dann doch ein ebenso öffentliches Interesse."
Der traditionelle Boxer-Klub von 1929 bietet regelmäßig Lehrgänge in den Bereichen Schutzdienst, Gehorsam und Fährtensuche an. Dabei beschränkt sich die Ausbildung nicht nur auf Boxer oder Mitglieder des Vereins. Auch Schäferhunde, Malinois oder Airdale-Terrier werden hier trainiert. Regelmäßige Zuchtschauen und Turniere ziehen Hunderte Besucher aus ganz Deutschland an.
Kriege vermutet eine persönliche Abneigung der Tierheim-Träger gegen ihren Klub. " Die Hunde sind gut erzogen, das ist unsere Aufgabe. Es ist nie was passiert, und am Anfang durften wir die Wiesen rund um das Tierheim noch benutzen, in den letzten Jahren wurden wir mehr und mehr verdrängt." " Das ist völliger Quatsch", sagt dazu Wolfgang Herkt, Vorsitzender des Vereins " Tierschutz Osnabrück und Umgebung", Träger des Tierheims. " Unsere Stiftung hat das Gelände erworben, um langfristig und generationenübergreifend den Tierschutz in der Region zu sichern."
Außerdem benötige man dringend eine Quarantänestation, da die Aufnahmekapazitäten völlig erschöpft seien und die Gefahr einer Ansteckung durch neu eingelieferte Fundtiere, so gut es gehe, minimiert werden müsse.
" Die Tiere müssen zunächst über eine hygienische Pufferzone getrennt werden. Eine gegenseitige Ansteckung bedeutet Elend für die Tiere und Stress für die Mitarbeiter", so Herkt. Unklar ist, was nach dem Verkauf mit dem vereinseigenen Klub-Gebäude passieren soll. " Da stecken Zigtausende Euro und ebenso viele Stunden Arbeitszeit drin. Wenn wir nun auch noch auf eigene Kosten abreißen müssen, wäre das das finanzielle Ende unseres Klubs", sagt Klopsch.
Herkt zeigt sich diesbezüglich zu Verhandlungen gesprächsbereit. Die Stadt würde zumindest vermitteln, sollte sich zeitnah eine geeignete Fläche anbieten. Im Sinne aller Beteiligten, die schließlich die Liebe zum Tier verbindet, sollte eine zeitnahe Lösung gefunden werden.

Bildtext: Derzeit trainiert auf dem Gelände in Hellern noch der Boxer-Klub. Doch 2011 errichtet hier ein Tierheim seine Quarantänestation.

Foto: Elvira Parton
Autor:
Christian Hardinghaus


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