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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Dr. Sonnenschein wollte das Freibad
Zwischenüberschrift:
Das "Moskau" wurde 1926 in der Wüste eröffnet – Sprungturm im Krieg zerstört
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Kinderlachen, Stimmengewirr und zwischendurch ein lautes Platschen. Im Sommer sind Freibäder schon von Weitem zu hören. Anders war das, als das Moskaubad am 13. Juli 1926 eröffnet wurde denn es goss in Strömen.
Bereits einige Jahre vor dem Bau des " Moskau" hatte das Stadtbauamt darüber nachgedacht, ein Freibad an der Moskauquelle zu errichten. Schwimmen war nach dem Ersten Weltkrieg zum Volkssport geworden.
Für die Umsetzung der Pläne, die 1925 erneut diskutiert wurden, sorgte schließlich Regierungspräsident Dr. Sonnenschein, der sich auf Drängen der Schwimmvereine und des Architekten Schünemann für den Bau des Bades starkmachte.
500 000 Reichsmark kostete der Bau des Freibads " In der Moskau". Die Besucher konnten in ein Schwimmer- und ein Nichtschwimmerbecken sowie in eine Sprungbucht eintauchen. Zudem gab es einen Sprungturm von zehn Meter Höhe, zwei Sprungbretter, eine Zuschauer- und Liegetribüne sowie Wasch- und Umkleideräume. Obwohl das Bad 1933 den Namen " Neustädter Freibad" erhielt, nannten die Osnabrücker ihr Freibad " Moskau". Zu Beginn des 19. Jahrhunderts zeigte der napoleonische Krieg Folgen in der Stadt an der Hase. Die Einwohner benannten Ortschaften Osnabrücks nach Schlachten, wie Sebastopol oder eben nach der bei Moskau. Den Namen dieser Stadt erhielt die Quirllsmühle, eine Papiermühle mit Ausflugslokal, im Stadtteil Wüste. Er wurde auf das Freibadübertragen.
Die Fotografie ist undatiert, sie muss aber aus den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg stammen. Denn im Krieg wurde der Sprungturm ebenso zerstört wie zwei Schwimmbecken, die Eingangs- und Wirtschaftsgebäude. Außerdem wurde die Wohnung des Oberschwimmmeisters zertrümmert.
Die britische Besatzung setzte die Becken wieder instand, sodass sich die Osnabrücker ab dem 26. August 1948 wieder im Wasser erfrischen konnten. Der Sprungturm wurde auf Drängen der Vereine 1954 wieder errichtet.
Später wurde das Moskaubad laufend überholt und modernisiert. Im Mai 1985 wurde die 83 Meter lange Riesenrutsche mit der Saisoneröffnung freigegeben. Sie wurde bei der großen Sanierung 1997 auf 77 Meter verkürzt. Ein Jahr zuvor war der Sprungturm mithilfe von Kränen abgebaut worden, um für die umfangreiche Sanierung und den Umbau des Bades Platz zu schaffen. 1998 erstrahlte es als Multifunktionsbad in neuem Glanz. Seither gibt es mehrere kleine Becken, Regengrotte, Wellenball, Whirlpool und Wasserkanone. Und der Sprungturm dient immer mal wieder als Kinoleinwand. Dann nämlich, wenn die Mobile Kino-Kultur an lauen Sommerabenden zur Filmvorführung unterm Sternenzelt einlädt.

Bildtext: Zehn Meter maß der Sprungturm, der für Badegäste vor dem Zweiten Weltkrieg im Moskaubad aufgestellt worden war. Auf dem historischen Foto aus den Dreißigerjahren beobachten Gäste vom Beckenrand aus ein Wasserballspiel. Foto: Wilhelm Eggert

Nur noch drei Meter ist der Sprungturm hoch, den Gäste des Moskaubades heute hinunterhüpfen können.

Foto: Uwe Lewandowski

Autor:
Marie-Luise Braun


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