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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Zweite Gesamtschule, dritter Anlauf
Zwischenüberschrift:
Stadtverwaltung startet noch eine Elternbefragung
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Das Verfahren zur Errichtung einer Integrierten Gesamtschule in Osnabrück geht in die nächste Runde: Die Stadt wird noch vor den Herbstferien eine dritte Elternbefragung veranstalten. Dazu gebe es letztlich keine Alternative, machte Oberbürgermeister Boris Pistorius gestern deutlich.
Die Ausgangslage: Ursprünglich wollte die Stadt die Käthe-Kollwitz-Schule am Schölerberg von einer Haupt- und Realschule in eine IGS umwandeln. Dazu war nach dem niedersächsischen Schulgesetz eine Bedürfnisprüfung (Elternbefragung) erforderlich, bei der die Erziehungsberechtigten von mindestens 130 Kindern aus allen vier Grundschuljahrgängen sich für diesen Standort aussprechen müssen. Tatsächlich wurden dann auch zwischen 234 und 312 Fragebögen mit einem " Ja" abgegeben.
Allerdings schwenkte der Rat dann zwischenzeitlich noch einmal um. Im März 2009 wurde beschlossen, die neue IGS aus finanziellen und schulorganisatorischen Gründen nicht am Schölerberg, sondern in Eversburg einzurichten. Auch dafür war dann wieder eine neue Elternbefragung nötig. Und die ging im März ziemlich knapp daneben, weil manche Eltern sich einer zweiten Befragung verweigerten. So blieb der Rücklauf deutlich geringer. Und es gab nur noch zwischen 89 und 118 positive Rückläufe aus den vier Grundschul-Jahrgängen.
Was nach Ansicht der Landesschulbehörde nicht dem qualifizierten Elternwillen für ein " unabweisbares Bedürfnis" zur Einrichtung einer weiteren Gesamtschule entspricht. Ihre Reaktion: Entweder verzichte die Stadt auf die Errichtung einer IGS. Oder sie führt eine dritte Befragung durch.
Der dritte Anlauf: Pistorius und Schuldezernentin Rita-Maria Rzyski halten an dem Ratsbeschluss fest und gehen letztlich auch davon aus, dass es nur eine Formsache sein kann, das erforderliche Bedürfnis der Höhe nach zu erreichen. Erfahrungsgemäß werde eine Gesamtschule in der Stadt auch von vielen Kindern aus dem Landkreis besucht, sagte Pistorius gestern: " Wir müssten geradezu darüber nachdenken, ob eine solche Befragung nicht auch in den Umlandgemeinden durchzuführen wäre." Stattdessen bereitet die Schulverwaltung jetzt eine erneute Befragung der Erziehungsberechtigten der aktuellen vier Grundschuljahrgänge vor. " Ärgerlich, weil eigentlich unnötig", sei dieses Verfahren, so Pistorius, " und wir würden es den Eltern gerne ersparen".
Gleichwohl gebe es dazu keine Alternative: Weil der Bedarf für eine weitere Gesamtschule nachweisbar gegeben sei; weil dem Schulzentrum Eversburg strukturell geholfen werden müsse; und weil drittens allen Betroffenen eine weitere " Hängepartie" nicht mehr zumutbar sei.
Diesen Standpunkt habe er in erneuten Gesprächen auch an der Käthe-Kollwitz-Schule, im Schulzentrum Eversburg und im Stadtelternrat vertreten. Und er habe im Ergebnis jeweils Zustimmung gefunden, sagte der OB gestern.
Die erneute Befragung soll noch vor den Herbstferien erfolgen. Alle 5500 Grundschulkinder in der Stadt bekommen Fragebögen, die von den Klassenlehrern in verschlossenen Umschlägen eingesammelt werden sollen. Auch sonst will die Stadt keine Panne mehr erleben. Informationsveranstaltungen an den Schulen und eine intensive Öffentlichkeitsarbeit seien nötig. Pistorius: " Das Thema hat jetzt absoluten Vorrang."

Vorsicht, Wahlkampf!
Von Frank Henrichvark
Boris Pistorius und seine Schuldezernentin Rita-Maria Rzyski sind nicht zu beneiden. In den nächsten Wochen, so steht zu befürchten, werden sie immer und immer wieder erklären müssen, warum die dritte Elternbefragung in Sachen IGS Eversburg notwendig ist.
Und das nicht, weil anders keine Mehrheit für die vom Land geforderte Bedürfnisprüfung zu beschaffen wäre. Sondern weil Bundestagswahlkampf ist. Und weil die Gesamtschulgegner keine Gelegenheit auslassen werden, das ziemlich verkorkste Verfahren zu geißeln und Salz in diese Wunde zu streuen.
Dabei gibt es zu dem jetzt eingeschlagenen Weg gar keine Alternative. Mag man die dritte Elternbefragung für eine Veräppelung der Eltern oder bestenfalls eine lästige Formalität halten: Es muss wohl sein.
Denn anders als auf dem einmal eingeschlagenen Weg ist der gordische Knoten jetzt nicht mehr zu lösen. Gibt es eine hinreichende Zahl positiver Stimmen, kommt auch die IGS Eversburg. Gibt es sie nicht, muss die Stadt trotzdem handeln.

f.henrichvark@ neue-oz.de
Autor:
fhv


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