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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Kinder werden anders krank
Zwischenüberschrift:
Wie die Kinderheilkunde sich langsam durchsetzte
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Kinder sind nicht einfach kleine Menschen. Sie haben andere Krankheiten und reagieren anders auf Erkrankungen. Diese Erkenntnis aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert führte dazu, dass die Kinderheilkunde von der Medizin abgekoppelt wurde. Zuvor waren Kinder und Erwachsene in Krankenhäusern in den gleichen Räumen untergebracht.
" Heute ist die Kinderheilkunde gut etabliert", sagt Prof. Dr. Norbert Albers, einer der beiden Chefärzte des neuen Kinderhospitals. Er ist selbst Facharzt für Pädiatrische Endokrinologie/ Diabetologie und auch für alle weiteren Fachgebiete gebe es inzwischen eigene Fachärzte mit der Spezialisierung auf Kinderheilkunde.
Die Pädiatrie, wie Kinderheilkunde in der Fachsprache heißt, entwickelte sich aus der Inneren Medizin heraus. Lange Zeit waren es Internisten, denen die Betreuung kranker Kinder unterlag, bis im Jahre 1895 mit Otto Heubner, dem damaligen Leiter der Berliner Charité, der erste ordentliche Professor für Kinderheilkunde berufen wurde. Dies war der Grundstein dafür, dass sich die Kinderheilkunde in Deutschland auch akademisch etablierte. Sein Nachfolger, Albert Czerny, gründete in Berlin die internationale Pädiatrieschule.
In Osnabrück wurde im Mai 1870 das erste Kinderhospital gegründet. Damals hatten die Gemeindeschwestern bemerkt, dass erkrankte Kinder, die in Bad Rothenfelde zur Kur gewesen waren, eine Nachkur benötigten. Der damalige Bürgermeister, Dr. Johann Carl Bertram Stüve, unterstützte die Idee, ein spezielles Kinderpflegehaus einzurichten. Ein Jahr später konnten die ersten Kinder an der Ziegelstraße 13 behandelt werden.
Kurze Zeit später wurde ein Haus mit 35 Plätzen am Neuen Graben 14, der späteren Klubstraße 8, gebaut. Das ist in etwa dort, wo heute die Osnabrückhalle steht. Zunächst trug der Magistrat das Haus, 1875 gab er die Trägerschaft ab, 1879 gründete sich der Kinderhospital-Verein zu Osnabrück.
1942 wurde das Hospital durch Bomben zerstört und in das Kinderheim Galisch nach Bad Rothenfelde verlegt. Ein Wiederaufbau in der Klubstraße war später nicht möglich. Die Stadt und die Evangelischen Stiftungen stellten Gelände an der Iburger Straße zur Verfügung.
Aus Mangel an Geld und Baumaterial zog sich die Fertigstellung hin. Am 1. Juli 1950 konnten die 100 Betten im Haus belegt werden, darunter eine Säuglingsstation, eine Kinderstation, eine Beobachtungsstation, Infektionsabteilungen und Räume für Mütter mit Kindern.
Seither ist das Haus mehrfach erweitert und umgebaut worden, es kamen weitere Stationen und Wohnungen für die Schüler der Kinderkrankenpflegeschule hinzu.
Seit Mitte August 1953 verfügt das Marienhospital auch über eine eigene Abteilung für Kinder und Säuglinge sowie eine Geburtsstation. Die Verantwortlichen gaben damals zunächst der Innenausstattung der neuen Abteilungen den Vorrang. Die Fassade wurde erst später verputzt und gestaltet. Später wurde eine eigene Klinik für Kinder- und Jugendmedizin eingerichtet.
Und auch im neuen Christlichen Kinderhospital wird die Versorgung von Kindern weiter verbessert werden. Immerhin verfügt das Haus über Weiterbildungsermächtigungen für einige Fachgebiete der Kinderheilkunde. Als Beispiele nennt Albers die Allergologie und die Endokrinologie/ Diabetologie.

Wenig zartfühlend ging es in der Kinderheilkunde in früheren Jahren zu: Unser Archivbild zeigt eine Impfaktion im städtischen Gesundheitsamt im Jahr 1962.

Foto: Archiv

Autor:
mlb


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