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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Heiß auf Sonnenenergie
Zwischenüberschrift:
Deutlich gesunkene Anlagenpreise sorgen für Fotovoltaik-Boom
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Auf immer mehr Dächern wandeln Solarzellen Sonnenstrahlen in Energie um. Wenn es nach Detlef Gerdts vom städtischen Fachbereich Umwelt ginge, würde die Zahl der Fotovoltaikanlagen in den kommenden Wochen und Monaten noch einmal deutlich steigen.
" So günstig waren die Bedingungen noch nie und werden sie möglicherweise auch so schnell nicht wieder sein", sagt Gerdts. " Jeder, der je mit der Idee des Baus einer Fotovoltaik-Anlage geliebäugelt hat, muss jetzt zuschlagen."
Das sieht auch Torsten Behrens so. Er ist Marketingleiter und Projektmanager bei der Osnabrücker Firma Sunos. Der ehemalige Dachdeckerbetrieb ist seit vergangenem Jahr auf den Einbau von Solaranlagen spezialisiert. Derzeit verbucht er ein Auftragsplus von rund 300 Prozent. " Unsere Monteure sind die ganze Zeit unterwegs", sagt Behrens und rät zu schnellen Entscheidungen: " Noch weiter runter wird der Preis nicht gehen."
Auch die Stadtwerke spüren den Boom. " Wir freuen uns über die gestiegene Nachfrage", versichert Sprecherin Ann-Christin Gottschling. Waren es sonst durchschnittlich drei Haushalte pro Woche, die ihre neue Solaranlage an das Stromnetz angeschlossen haben wollten, seien es derzeit bis zu zehn.
Dieser deutliche Zuwachs liegt vor allem daran, dass Solaranlagen derzeit so billig zu haben sind wie nie zuvor. Der Grund dafür ist im fernen Spanien zu finden: Das sonnenreiche Land galt in der Solaranlagenindustrie noch bis Mitte des vergangenen Jahres als die Boom-Region schlechthin. Doch dann trat die Regierung von Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero kräftig auf die Subventionsbremse und kürzte nicht nur die Einspeisevergütung pro Kilowattstunde um 30 Prozent, sondern deckelte auch die staatliche Förderung für neu installierte Anlagen.
Auch in Deutschland ist die imErneuerbare-Energien-Gesetz (EEG-Gesetz) staatlich festgesetzte Vergütung für die Einspeisung von privat produziertem Ökostrom in das Stromnetz zuletzt gesenkt worden von 45 Cent auf 43, 01 Cent pro Kilowattstunde. Dennoch ist die Solarenergie in Deutschland im internationalen Vergleich auch weiterhin hoch subventioniert, was den hiesigen Markt für die expandierende Branche aktuell zu einem der interessantesten der Welt macht.
Solarzellen-Hersteller in Ländern wie China, Taiwan oder Indien haben die ursprünglich für Spanien vorgesehenen Module deshalb kurzerhand nach Deutschland umgeleitet, wo das gestiegene Angebot die Preise purzeln ließ sie liegen nun " 20 bis 30 Prozent unter den Preisen vom letzten Herbst", weiß Solar-Fan Detlef Gerdts.
Trotzdem warnt er davor, nun einfach das billigste Angebot anzunehmen. " Auch bei Solarzellen sollte man darauf achten, dass man Qualität bekommt, und nicht jede Solarzelle ist genauso gut wie die andere", sagt Gerdts und verweist auf eine Liste mit Qualitätskriterien, die die Stadt auf ihrer Internetseite anbietet (Adresse: www.osnabrueck.de/ 31881.asp) ».
Unter www.osnabrueck.de/ sunarea » können sich Bürger zusätzlich über die Eignung ihres jeweiligen Daches informieren. Mehr als 15 000 Internetnutzer hätten dies bereits getan, berichtet Gerdts.
Aber nicht nur private Hausbesitzer nutzen die Kombination aus günstigen Anlagenpreisen und hoher Einspeisevergütung. Auch gewerbliche Nutzer greifen zu. So ist auf dem 2500 Quadratmeter großen Dach des neuen L+ T-Parkhauses mit 800 Quadratmeter Modulfläche soeben eine der größeren Solaranlagen der Stadt gerade in Betrieb gegangen. Mit einer Leistung von 35 000 Watt könnte sie sieben normale Haushalte ein Jahr lang mit Strom versorgen.
" Faszinierend" sei es, mit einer solchen Anlage etwas für die Umwelt tun zu können und dabei ganz nebenbei auch noch Geld zu verdienen, finden die L+ T-Chefs Mark und Dieter Rauschen, die 180 000 Euro investiert haben. Und ganz nebenbei sei das umweltfreundliche Projekt gut für das Image des Unternehmens.

Bildtext: Eine der größeren Solaranlagen der Stadt ist auf dem L T-Parkhaus in Betrieb gegangen: Mark und Dieter Rauschen (von links), Geschäftsführer und Inhaber, erhoffen sich Positives für die Umwelt, ihren Geldbeutel und das Unternehmensimage.

Foto: Kiwit

Autor:
ack


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