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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Mikado mit Lastwagen
Zwischenüberschrift:
Der Piesberg gilt als schwierigste Etappe der Truck-Trial-Europameisterschaft
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Gleich sind sie dran. Noch stehen Alexander Budde und Olaf Schönherr oben auf ihrem vierachsigen Lastwagen und schauen zu, wie es dem Vorplatzierten ergeht. An welchen Stellen gleitet er im Geröll ab, wo ist es besonders gefährlich? Zum zwölften Mal ist der Piesberg einer der Schauplätze der Truck-Trial-Europameisterschaft, die im September in Budapest zu Ende geht.

Truck-Trial? Lastwagenprüfung lautet die direkte Übersetzung. Gemeint sind Geschicklichkeitsübungen auf Rädern. Davon hat der MAN von Alexander Budde und Olaf Schönherr auf jeder Seite vier. Ihr 360 PS starkes und zwölf Tonnen schweres Fahrzeug wurde als Zugmaschine für Raketenträger konstruiert. Jetzt gehört es zur Königsklasse des Wettbewerbs.
Einige Dutzend Gelände- und Lastwagen fahren durch die Schluchten des Piesbergs. Ihre Ziele sind Holzstäbe, die aus dem Geröll ragen Tore, die sie beim Passieren nicht verletzen dürfen. Doch bei diesem Mikado auf Rädern achten die Fahrer sehr darauf, dass ihre Fahrzeuge nicht beschädigt und sie selbst nicht verletzt werden. Ein Tritt aufs Gaspedal kann den Untergrund aufkratzen und das Fahrzeug zum Kippen bringen. Oder ungeahnte Hindernisse aufwühlen und das Lenkgestänge verbiegen.
Der Piesberg überrascht die Fahrer manchmal im Sekundentakt. Plötzlich drücken die Reifen eine Steinsäule hoch und geraten aus der Spur. Gas geben? Zurücksetzen und es einige Zentimeter weiter rechts oder links versuchen? Doch viel Spielraum bleibt den Fahrern nicht. Und mancher freut sich vor den Toren zu früh. Mit den Vorderrädern schaffen sie es noch durch die Holzstäbe, doch dann rutscht der hintere Teil des Wagens die Schräge herunter und begräbt die Markierung unter sich.
" Der Piesberg gilt bei den Fahrern als schwierigste Etappe", erläutert Moderator Udo Cloer. Die erste begann Pfingsten bei Lyon in Südfrankreich. Pye ist die vierte Station. Ende August reisen die Geschicklichkeitsfahrer nach Graz und im September nach Budapest. Dort werden die Meistertitel vergeben.
Organisator der Meisterschaftsetappe auf dem Piesberg ist der Motorsportclub Cloppenburg. Vorsitzende Anneliese Kassen erläutert, wie eine Entdeckung aus der Luft den Truck-Trial in den 90er-Jahren nach Osnabrück brachte. " Mein Bruder Charlie Alfers flog in einem Ballon mit und sah Pye von oben."
Stadt und Landkreis hatten nichts gegen die aufkeimende Idee. Und sie passen auf, dass alles mit rechten Dingen zugeht und etwa keine Ölspuren zurückbleiben. So ist Heiner Schulze vom Fachdienst Umwelt des Landkreises in seiner Leuchtweste ständiger Gast bei der Meisterschaft– und findet kaum Grund zur Beanstandung.
Alexander Budde drückt aufs Gaspedal, und der Motor röhrt auf. Er, der Werkstattmeister aus Cloppenburg, und sein Beifahrer Olaf Schönherr, Gefahrengutkraftfahrer aus Hasbergen, setzen ihre Helme mit den eingebauten Mikrofonen und Lautsprechern auf. Das Mikadospiel im Geröll gelingt nur zu zweit, und der Beifahrer ist der sprechende rechte Außenspiegel des Fahrers auf dem Weg zur Trophäe.

Bildtext: Der Beifahrer als sprechender Außenspiegel: Beim Truck-Trial kommt es auf Zentimeter an. Nur der Blick unter das Fahrzeug fehlt. Dort sind die Lenkstangen in ständiger Gefahr.

Mit 360 PS durchs Geröll: Alexander Budde und Olaf Schönherr verständigen sich in ihrem Lastwagen mit Mikrofonen. Zwischen ihnen röhrt der Motor.

Fast wie im Steilflug fährt dieser Unimog einen Hügel vom Piesberg hinunter und landet mit der Stoßstange im Ziel.

Fotos: Hermann Pentermann

Autor:
Jann Weber


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