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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Immer weniger Stinker auf den Straßen
Zwischenüberschrift:
Schub durch Abwrackprämie – Wie sich Osnabrück auf die Umweltzone vorbereitet
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Die Zahl der Dreckschleudern auf den Straßen in und um Osnabrück ist im vergangenen Jahr um 14 Prozent geschrumpft. Das ist schön, aber kein Grund zum Aufatmen. Denn der anhaltende Trend zum Diesel tut der Luft nicht gut.
hin Osnabrück. Steuerersparnis, steigendes Umweltbewusstsein oder die bevorstehende Umweltzone in Osnabrück: Was auch immer den Trend zum sauberen Auto beschleunigt haben mag Tatsache ist: 3915 Fahrzeuge aus Stadt und Landkreis Osnabrück sowie dem Landkreis Steinfurt, die wegen ihres hohen Schadstoffausstoßes keine Umweltplakette bekommen hätten, sind im vergangenen Jahr aus dem Verkehr gezogen worden. Das entspricht einem Minus in dieser Schadstoffklasse von 14, 4 Prozent, wie aus Daten des Kraftfahrtbundesamtes hervorgeht, die die Osnabrücker Umweltverwaltung angefordert hat. Um den gleichen Prozentsatz sank die Zahl der Fahrzeuge mit roten Plaketten (3623 Fahrzeuge). Bei den gelben Plaketten ermittelten die Statistiker einen Abgang von 8, 6 Prozent (5600 Fahrzeuge). Gleichzeitig stieg die Zahl der Dieselautos mit grüner Umweltmarke um bemerkenswerte 26, 8 Prozent. Der Anteil der grünen Benziner blieb fast gleich (plus 0, 3 Prozent).
Die Abwrackprämie werde den Trend zu schadstoffarmen Autos weiter verstärken und damit die Feinstaubbelastung weiter senken, meint Fachbereichsleiter Detlef Gerdts. Dennoch sei der Trend zum Diesel aus " lufthygienischer Sicht problematisch". Ein Diesel in der aktuellen Version (Schadstoffklasse Euro 4 und ab Herbst Euro 5) stößt nach seinen Angaben dreimal mehr Stickstoffdioxid aus als ein vergleichbarer Benziner. Und Stickstoffdioxid ist das eigentliche Problem.
Der Jahresmittelwert für Osnabrück, ermittelt an der Station am Schlosswall, liegt bei 51 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Ab Januar 2010 ist der Grenzwert von 40 Mikrogramm einzuhalten. Vor allem dazu dient die ab Januar geltende Umweltzone . Dennoch: " Wir werden den Grenzwert nie und nimmer einhalten können", sagt Detlef Gerdts. Eine Entlastung werde es erst mit Einführung der Euro-6-Norm geben ab 2014. Bis dahin müssen die Kommunen mit Umweltzonen ausbaden, was Autoindustrie und Gesetzgeber verschlafen haben.

Kosten: Am ersten Werktag des neuen Jahres (4. Januar) startet die Umweltzone in Osnabrück. Das Konzept zur Beschilderung steht. 125 Schilder werden im Dezember in der Stadt aufgebaut, 27 Tafeln sind für die Autobahnen nötig. Die Kosten: 80 000 bis 90 000 Euro für die städtischen Schilder, schätzt Jürgen Schmidt, Leiter der Abteilung Straßenbau. Die Autobahnschilder bezahlt das Land.

Plaketten: Ab 4. Januar dürfen nur noch Fahrzeuge mit roter, gelber oder grüner Plakette in die Umweltzone einfahren. Ein Jahr später ist eine gelbe oder grüne Plakette nötig, ab Januar 2012 benötigen Autofahrer die grüne. 7600 Plaketten hat die Stadt bislang ausgegeben. Bis zum Ende des Jahres fördert der Staat die Rußfilter-Nachrüstung, die etwa 600 bis 700 Euro kostet, mit 330 Euro. Die Stadt hat 500 Autohändler in der Region mit dem Ziel angeschrieben, Autofahrern ohne Plakette auf die Umweltzonen in bald 40 deutschen Städten hinzuweisen.

Ausnahmen: Arbeits- und Zugmaschinen, Motorräder, Krankenwagen, Militärfahrzeuge, Oldtimer mit einem " H"- Kennzeichen und Autos von Behinderten (mit Ausweis) sind von der Plakettenpflicht befreit. Die Osnabrücker Umweltzone spart die Gewerbegebiete aus. Auch die Zufahrt zu großen Industrieunternehmen ist über bestimmte Routen ohne Plakette erlaubt. Schausteller, Wochenmarktbeschicker, Diplomaten und Autofahrer mit Kurzkennzeichen können sich ebenfalls in der Umweltzone ohne Plakette bewegen. Wichtig speziell für Handwerker aus der Region: Wer zur Erledigung eines Auftrages nur einmal in die Stadt muss, kann eine Kurzzeit-Ausnahmegenehmigung für maximal eine Woche beantragen. Gebühr: 20 Euro. Das Verfahren soll möglichst reibungslos übers Internet abgewickelt werden.

Härtefälle: Der Mercedes 200 D, Baujahr 1989, ist noch top in Schuss, aber nicht plakettenfähig. Eine Nachrüstung ist nicht möglich, weil es keine passenden Rußfilter gibt. Der Besitzer wohnt in der Umweltzone. Pech für ihn. Eine Ausnahmegenehmigung gibt es nur, wenn ein Autokauf wirtschaftlich nicht zumutbar wäre. Das gilt für Menschen, die Hartz IV oder Wohngeld beziehen, die Bedingungen für den Osnabrück-Pass erfüllen oder aus gesundheitlichen Gründen auf dieses Auto angewiesen sind. Ab September will die Verwaltung verbindliche Auskünfte über etwaige Ausnahmegenehmigungen geben können. Die Mitarbeiter werden zurzeit geschult.
www.osnabrueck.de »

Bildtext: Die Abwrackprämie tut nicht nur der Autoindustrie gut, sondern auch der Luft in den Großstädten.

Foto: AP

Am 4. Januar 2010 wird es in auch Osnabrück ernst. Das Foto entstand 2008 in München.

Foto: dpa
Autor:
hin


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