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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Brauchen wir eine neue Satzung?
Zwischenüberschrift:
"Baumschutz mit Weitblick"
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Bäume sind gut für die Luft, das Klima und das Leben. Aber wie sorgt eine Stadt dafür, dass mehr gepflanzt und weniger gerodet wird? Und darf das auch etwas kosten? Die Stadt Osnabrück nimmt einen zweiten Anlauf und diskutiert über neue Vorschläge für mehr Grün in der Stadt.
Von Gunhild Seyfert
Osnabrück. Seit die alte Baumschutzsatzung vor sieben Jahren abgeschafft wurde, zeigte sich offensichtlich: Bäume an Straßen und in Gärten werden zu oft und zu schnell gefällt oder " zu Tode gepflegt". Sie werden so radikal und unsachgemäß geschnitten, dass sie verloren sind. Das Grün in der Stadt nimmt insgesamt ab.
Neue Vorschläge für einen " Baumschutz mit Weitblick" kommen jetzt aus der Stadtverwaltung, vom Fachbereich Umwelt. Nach den Sommerferien werden sie von den Politikern im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt diskutiert.
Ein " besseres Klima" für mehr Bäume in Osnabrück ist das Ziel. Die Vorlage dafür besteht aus zwei Teilen. Zuerst findet man da fünf Vorschläge, die sofort beschlossen werden könnten. Denn sie kosten nichts oder wenig. Aber bringen sie auch etwas? Allesamt sind es Maßnahmen, die von den Fachbereichen Umwelt und Städtebau sowieso erledigt werden müssen und nur zeitlich vorgezogen würden. Zum Beispiel die Ausweisung von Naturdenkmalen. Osnabrück hat 34 Bäume mit dieser Auszeichnung. Zehn bis 15 Bäume, die besonders prägnant sind, könnten neu unter diesen Schutz gestellt werden. Das könnte schon recht bald geschehen.
Spannend wird es im zweiten Teil. Hier gibt es konkrete Vorschläge, wie Bürger Anreize bekommen könnten, sich praktisch zu engagieren. Und es geht darum, wie die Stadt mit rechtlichen Regelungen verhindert, dass wertvolle Bäume sinnlos gefällt werden. Aber zum Nulltarif ist das nicht zu bekommen. Eine Vorgabe für den Fachbereich Umwelt lautete, dass die Umsetzung der Vorschläge kein Geld und kein zusätzliches Personal kostet. Aber die Politiker sind frei zu entscheiden, was ihnen effektiver Baumschutz wert ist.
Mit den Aktionen " Baumfreunde" , " Baumpatenschaft" und einem Begrünungsprogramm für Dächer und Fassaden könnte die Stadt das Engagement ihrer Bürger fördern. Zu " Baumfreunden" würden diejenigen, die sich freiwillig verpflichten, den Baumbestand in ihrem Garten zu erhalten. Wer dort dennoch einen Baum fällt, pflanzt dafür einen neuen. Im Gegenzug würde die Stadt ihre " Baumfreunde" kostenlos beraten und Serviceleistungen bringen, z.B. Laub und Holzschnitt beseitigen.
" Baumpaten" würden Menschen, die einen neuen Baum auf öffentlichem Grund spenden. Auf einer Tafel am Baum wird der Spender namentlich genannt. Damit könnten sich auch Bürger beteiligen, die keinen Garten haben. Ein solches Programm ist in Münster bereits erfolgreich.
Dieses Engagement der Bürger sollte flankiert sein von einer " Satzung zur Erhaltung und Förderung des privaten Baumbestandes". Neu gegenüber der 2002 abgeschafften Baumschutzsatzung ist der Vorschlag, dass der Eigentümer zuletzt allein entscheiden soll. Wer einen großen Baum fällen wollte, müsste dies bei der Stadt melden. Er wäre verpflichtet, sich von einem fachkundigen Mitarbeiter beraten zu lassen, ob es vielleicht andere Lösungen gibt. Wie auch immer das Ergebnis ausfiele allein der Besitzer würde entscheiden über Bewahrung durch sachgemäßen Rückschnitt oder Fällung. Eine Möglichkeit wäre auch, ihn dann zu einer Ersatzpflanzung oder einer Ausgleichszahlung zu verpflichten. Aber das wird bewusst offen gehalten.
Der vorgestellte " Baumschutz mit Weitblick" besteht aus weichen Maßnahmen. So hoffen die Verantwortlichen, eine Neuauflage der vergangenen ideologisierten Debatte über eine Baumschutzsatzung zu verhindern. Bürgerschaftliches Engagement und rechtliche Sicherheit sollen sich ergänzen und ein positives Klima für mehr Grün in die Stadt bringen.

Bildtext: Kann eine Satzung verhindern, dass willkürlich Bäume gefällt werden. Das Archivbild zeigt eine Rodung an der Knollstraße im Februar 2002.

Foto: Uwe Lewandowski
Autor:
Gunhild Seyfert


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