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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Blinde Kuh im Steinbruch
Zwischenüberschrift:
Kinder erleben den Boden einmal anders
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Eine Polonaise von Kindern mit verbundenen Augen wanderte am Samstagnachmittag durch den Steinbruch auf dem Westerberg. Weil sie nichts sehen konnten, nahmen die Mädchen und Jungen ihre Umgebung ganz anders auf.
" Das ist steinig", rief ein Mädchen. " Jetzt ist es grasig", meinte ein Junge ein paar Meter weiter. Die Kinder fassten sich von hinten an die Schultern und liefen mit Schlafmasken auf den Augen in den Steinbruch. So konnten sie zwar nichts sehen. " Aber so bekommen sie einen anderen Zugang zu dem Boden", erklärte Claudia Grabowski-Hüsing die Blinde-Kuh-Aktion. Die Leiterin der Grünen Schule im Botanischen Garten führte die Gruppe mit ihrer Kollegin Eve Rose-Nepke durch den Steinbruch.
Wo heute der Botanische Garten ist, war früher ein Steinbruch. Etwa hundert Meter entfernt ist noch eine große Kuhle in der Erde, wo bis vor ungefähr 60 Jahren Steine abgebaut wurden. Früher wurden damit Gebäude in der Stadt erbaut, wie zum Beispiel das Heger Tor, der Turm Bürgergehorsam oder die Stadtmauer. Zu dieser Zeit lagen die Steinbrüche noch außerhalb der Stadt. Heute ist der Steinbruch an der Edinghäuser Straße zwar wegen seiner historischen und naturkundlichen Bedeutung geschützt. Er steht aber jedem offen. Deswegen liegt dort auch manchmal Müll von Leuten, die im Steinbruch gegrillt oder ihren Kompost da hinein geworfen haben.
Hier war die Küste
Solche Hinterlassenschaften haben die Kinder nicht gefunden. Sie entdeckten eine Menge interessanter Steine. Die sind vor 250 Millionen Jahren entstanden, erklärte Eve Rose-Nepke. " Durch den Regen", meinte Tarik (8). Das war aber nur fast richtig. Zu dieser Zeit lag Osnabrück an einem Strand. Die Steine haben sich damals durch Kalk- und Sand-Ablagerungen gebildet. Zum Teil konnten die Kinder das auf den Steinen noch erkennen.
Aus den gefundenen Steinen bauten die Kinder später Mosaike. Das sind Bilder, die aus kleinen Steinen zusammengesetzt sind. " Es ist toll, welche Farben Steine haben", meinte Sabrina (12). Sie entwickelte sich am Samstag im Steinbruch zu einem richtigen Mineralien-Fan: " Steine sind total wichtig."

Bildtext: Polonaise im botanischen Garten. Die Kinder spürten: Wer nichts sieht, erlebt den Boden plötzlich ganz anders.

Foto: Thomas Wübker
Autor:
tw


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