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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Die vier Jahreszeiten am Arbeitsplatz erleben
Zwischenüberschrift:
Bei der Umweltstiftung ersetzt eine Buchengruppe die Klimaanlage
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Erst sägen, dann bauen. Für die meisten Architekten ist das ganz normal. Als die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) vor 15 Jahren ihr Verwaltungsgebäude errichtete, passte ein Kahlschlag nicht ins Konzept. Architekt Erich Schneider-Wessling ließ die Bäume stehen und baute um sie herum.
Die sechs Rotbuchen sind 180 Jahre alt und 25 Meter hoch. Im Sommer spenden ihre üppigen Kronen so viel Schatten, dass es in den meisten Büros auch ohne Klimaanlage angenehm kühl ist. Die Wintersonne schickt ihre Strahlen dagegen fast ungehindert durch die kahlen Äste, damit es in den Arbeitsstuben schön hell bleibt. Da muss nur wenig Energie für die Beleuchtung aufgewendet werden.
So weit die Theorie, die der Kölner Architekt Erich Schneider-Wessling gern bemühte, um seinen hufeisenförmigen Bau ins rechte Licht zu rücken. " Es war ein Experiment, aber es hat funktioniert", sagt Pressesprecher Franz-Georg Elpers heute.
Klar, dass die Theorie nicht jeder Eventualität gewachsen ist. Im Winter blendet die Sonne schon mal. Aber dann lassen sich die Lamellen vors Fenster ziehen, und die Augen erholen sich wieder von der Helligkeit.
Auch im Sommer läuft nicht immer alles ganz nach Plan. Das lässt sich schon daran ablesen, dass selbst in diesen sonnenreichen Wochen tagsüber in einigen Büros das Licht brennt. Da haben es die Bäume wohl übertrieben mit ihrem Schattenwurf. Auch Prof. Werner Wahmhoff, dem stellvertretenden DBU-Generalsekretär, ist es manchmal zu dunkel. Aber der Fachmann für Umweltforschung und Naturschutz genießt es, so hautnah am " mitteleuropäischen Buchenwald" arbeiten zu können.
Ein paar Zimmer weiter sitzen Christine Busch und Heike Knorn, und der Blick aus ihrem Fenster erweckt den Eindruck, als säßen sie direkt in der Baumkrone. " Angenehm" finden sie es, direkt aufs Grüne zu schauen und die Schattenwirkung der Blätter zu spüren. " Ich hab schon mal in einem Büro mit Klimaanlage gearbeitet", erzählt Heike Knorn, " das möchte ich nicht wieder haben!"
Etwas mehr Abstand hat Michael Dittrich. " Man erlebt hier die vier Jahreszeiten", sagt der Verwaltungschef der DBU. Er war schon dabei, als der Neubau geplant wurde. Und er ist überzeugt, dass die Rechnung aufgegangen ist. Eine Klimaanlage verbrauche ja nicht nur Strom, auch die Wartungskosten machten sie zu einem permanenten Kostenfaktor. Darauf könne die Umweltstiftung gut verzichten, und das bei einem angenehmen Raumklima.
Den Buchen hat ein Gutachter übrigens bescheinigt, dass sie sehr vital sind und noch lange leben können. Eine gute Nachricht für das Klima. Drinnen und draußen.

Bildtext: Im Sommer Schatten, im Winter viel Licht: Die Buchengruppe sorgt in den Büros der Umweltstiftung das ganze Jahr über für ein gutes Klima.

Foto: Elvira Parton
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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