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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Jetzt wäre es an der Zeit, einen Mittelweg zu finden
Artikel:
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Originaltext:
" Ossensamstag oder Ossensonntag . . . das ist hier die Frage? Seit meinem zweiten Lebensjahr nehme ich am Ossensamstag teil. 25 Jahre bin ich aktiv in diesem Zug mitgelaufen, und die letzten Jahre habe ich passiv daran teilgenommen. Ich habe alle Artikel zu diesem Thema verfolgt und weiß jetzt eigentlich gar nicht mehr, was der ausschlaggebende Punkt war, diesen traditionellen Tag der Stadt Osnabrück zu verlegen.
War es erstens die Beeinträchtigung der Kaufleute? Oder zweitens die einzelnen besoffenen Jugendlichen? Oder drittens die Familienfreundlichkeit eines Sonntages? Oder viertens die Nicht-Karnevalisten, die ihn ohnehin nicht wollen? Nach dem Artikel vom 21. Juli gehe ich davon aus, dass die Stadt Osnabrück am Samstag 80 000 Euro haben möchte und am Sonntag gar nichts? Wenn dem so wäre, bin ich einfach erschüttert. Haben wir dann sonntags keine Absperrungen und keine Helfer der Stadt, oder wie setzt sich der Null-Betrag zusammen? Diese Frage möchte ich jetzt einfach im Raum stehen lassen.
Viel wichtiger ist mir, einmal darüber zu reden, was wir denn verlieren. Einen traditionell eingeführten Tag; eine große Publikumsbeteiligung weit über die Grenzen Osnabrücks hinaus; eine tolle Medienpräsenz durch den NDR und einen Tag, der sehr viel Spaß macht (auch ohne Alkohol)! Dieser Tag gilt für Kinder, gut feiernde Jugendliche, berufstätige oder nicht berufstätige Erwachsene, Senioren, kurz gesagt alle Menschen. Für mich wäre zum Beispiel der Karneval gestorben, da ich sonntags wie auch montags arbeiten darf! Und ich denke, das trifft viele Menschen. Weiterhin werden viele Gemeinden im Landkreis gezwungen sein, ihren Tag zu verlegen, da diese ja schon lange unter Berücksichtigung des Ossensamstages ihren Umzug am Sonntag machen. Daran hat auch noch keiner gedacht.
Und wer denkt eigentlich an die Gastronomie? Unsere netten Wirte aus der Altstadt haben schon Öffnungszeiten in den Abendstunden von der Stadt aufgedrückt bekommen, dass sie dort riesige Umsatzeinbußen haben und nun auch noch einen der lukrativsten Tage? Ich bin einfach enttäuscht, dass diese Diskussion so einseitig geführt wird. Wie wäre es denn, sich einmal wirklich Gedanken über ein ganzes Wochenende zu machen, wo alle zum Zuge kommen?
Natürlich verstehe ich auch die Kaufleute, die ihre Einbußen haben. Doch wäre jetzt nicht der Punkt, wie in einem geschäftlichen Brainstorming zu arbeiten? Alles zu berücksichtigen und dann einen Mittelweg zu finden? Keiner hat bisher vorgeschlagen, den Samstag vielleicht weiterhin beizuhalten als eine tolle Karnevalsparty, wo vielleicht der BOK ein Zelt oder andere Möglichkeiten ausschöpft und trotzdem die Menschen zur Party einlädt (in Damme geht das auch). So haben zum Beispiel die Kaufleute ihren Samstagmorgen noch zum Öffnen. Die Party läuft erst am Samstagabend, und das Problem mit Alkohol an Jugendliche unter 18 hat sich auch erledigt.
Der Sonntag ist dann den Familien mit Kindern und Freunden des Umzuges vorbehalten, und alle wären glücklich. Dieses nur mal als Denkansatz, dass es doch möglich ist, viele Ideen einmal durchzuspielen. Ich persönlich fände es sehr, sehr schade, wenn unsere Stadt diesen Tag verlieren würde, denn ich feiere nach all den Jahren noch wirklich gerne Karneval und hoffe, mit meinem Brief einige Denkanstöße gegeben zu haben."
Kerstin Albrecht
Werner-von-Siemens-Straße 3
Georgsmarienhütte

Bildtext: Ossensamstag oder Ossensonntag? Eine Leserin schlägteinen Kompromiss mit beiden Tagen vor.

Archiv-Foto: Hehmann
Autor:
Kerstin Albrecht


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