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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Kristallpalast mit verspielter Fassade
Zwischenüberschrift:
Das Caféhaus Tentenburg stand einst an der Bohmter Straße
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Türmchen mit Haube, darunter Bogenfenster, davor ein Zaun mit markanten Pfeilern: Verspielt wirkte die Fassade des Caféhauses Tentenburg. Um 1900 war das Lokal ein beliebtes Ausflugsziel für Osnabrücker, die sich auch im baumreichen Biergarten entspannen konnten.
Bohmter Chaussee hieß die Straße um 1850, als das Caféhaus Tentenburg eröffnet wurde. Sein Name stammt nicht von einem Adelssitz, er erinnert vielmehr an Senator Wagner. Der Tuchhändler aus der Krahnstraße hatte gegenüber am Klushügel 2000 Obstbäume pflanzen lassen. Manche Osnabrücker bewerteten diese Idee als " Fisimatenten", umgangssprachlich wurde die Anlage zu den " Wagner′schen Tenten". Und dieser Bezeichnung wiederum ist der Name " Tentenburg" entlehnt.
Ursprünglich gehörten zu der Anlage ein großzügiger Biergarten, zwei Säle und mehrere Schieß- und Glücksspielstände. Letztere wurden später abgerissen. In einem der Säle wurde der aufwendig dekorierte " Kristallpalast" eingerichtet, in dem anderen das Lichtspieltheater " Lichtburg".
Die beiden Einrichtungen überstanden den Zweiten Weltkrieg mit geringen Schäden, der Betrieb lief bald darauf wieder an.
Nach Kriegsende wurde zwischen der Tentenburg und der Auffahrt zum Klushügel eine Mehrzweckhalle errichtet, nach ihrem Eigentümer " Risch-Halle" genannt. In ihr gastierten Varietés, Kabaretts und Revuen. Später wurde sie von einem Verbrauchermarkt genutzt.
Den Namen " Tentenburg" behielt nur die Gastwirtschaft an der Bohmter Straße, die von Gästen " Tentenburg-Keller" genannt wurde.
Der " Kristallpalast" wurde zu einem Nachtlokal, dem ein etwas zweifelhafter Ruf anhaftete. In den 70ern schloss es seine Pforten, das Gebäudeensemble der früheren " Tentenburg" wurde 1980 abgerissen. Heute stehen an ihrer Stelle mehrstöckige Wohnhäuser. Bäume sind an dieser Stelle heute nicht mehr zu sehen. Allerdings gibt es in der Nähe eine Straße " An der Tentenburg", die an die " Fisimatenten" von Professor Wagner erinnert.

Bildtext: Verspielt wirkt die Anlage des Caféhauses Tentenburg um 1907. Eröffnet worden war es 1850 an der Bohmter Chaussee (heute Bohmter Straße). Die Ansichtskarte stammt aus der Sammlung von Dieter Mehring, Moers.

Mehrstöckige Wohnhäuser bestimmen heute das Bild an der Bohmter Straße.

Archivfoto: Klaus Lindemann
Autor:
Marie-Luise Braun


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