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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Vorkämpfer in Sachen Sonnenenergie
Zwischenüberschrift:
Michael Schrempel werkelt an vielen Baustellen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
" Es gibt hier 1500 Sonnenstunden im Jahr", sagt Michael Schrempel. Dieser Satz ist typisch für den Solarexperten: Mit einem Schlag wischt er Bedenken beiseite, die man wegen Wolken am Himmel gegen die Energiegewinnung aus der Sonne anmeldet.
Eimer und Werkzeuge stehen auf der Treppe herum, ein Sonnenkollektor lehnt schräg an der Wand, und unter dem Giebel zeugt eine klaffende Öffnung vom Ausbau unter dem Dachstuhl: Michael Schrempels Haus besteht aus vielen angefangenen Baustellen.
Die Parallele zum Leben des 41-Jährigen springt ins Auge: Schrempel ist Bastler, Vermieter, junger Unternehmer, angehender Buchautor und vor allem: engagierter Vorkämpfer für umweltfreundliche Energien.
Riesengroße Solaranlage
Das alles bringt er unter einen Hut, weil er selbst viel Energie mitbringt: Aufmerksam mustern seine wachen Augen den Gesprächspartner. Oft antwortet er, bevor man die Frage zu Ende gestellt hat. " Im Sommer kann ich hier gar nicht so viel Energie verbrauchen, wie ich einsammle", sagt er.
Schrempel hat an seinem Mehrfamilienhaus die größte Solaranlage Osnabrücks installiert. Dabei setzt er auf die Solarthermie: Die Strahlen der Sonne erhitzen in den Kollektoren im Freien ein Wasser-Propylenglykol-Gemisch. Dieses fließt durch ein Röhrensystem in den Speicher im Haus und gibt darin die Wärme an Wasser ab, das zum Duschen verwendet oder in Heizenergie umgewandelt werden kann.
Den Wirkungsgrad seiner Anlage dokumentiert Schrempel im Internet. " Wenn einer sagt, Solarenergie lohnt sich nicht, soll er dort nachschauen", sagt er, fast ein wenig trotzig. Seine Erfahrung habe gezeigt, dass sich solche Anlagen spätestens nach 10 bis 15 Jahren amortisieren bei einer Lebensdauer der Bauteile von 25 Jahren.
Der passionierte Bastler ackert ständig an der Optimierung der Energiebilanz seines Hauses. So werden auf dem Dach bald Röhrenkollektoren, die bei bedecktem Himmel besser funktionieren, die Flachkollektoren seiner Anlage ergänzen. Ferner arbeitet er an der Wärmedämmung und an der Installation einer Grauwasseranlage. Diese soll durch Wiederverwertung den Wasserverbrauch senken.
Mit seinen Mietern führt Schrempel einen Energiedialog, um diese Maßnahmen zu besprechen auch hinsichtlich ihrer Finanzierung über eine spätere Mieterhöhung. Mieter Jürgen Klose sieht das Ganze durchaus kritisch: " Manchmal sind die ganzen Umbaumaßnahmen im Haus schon ein wenig lästig", sagt er. " Aber es kommt auch für uns etwas heraus. Zum Beispiel wurde für die optimale Installation der Sonnenkollektoren die Breite unseres Balkons verdoppelt."
Die richtige Beratung
Seit 1994 unterstützt Schrempel das Phönix Solarprojekt. " Wir haben es damals ermöglicht, dass sich Solaranlagen in Masse kostengünstig produzieren ließen", blickt er auf die Anfänge des Geschäftes zurück. Heute bietet er neben dem Vertrieb der Anlagen auch die Beratung bei der Installation an. " 60 Prozent aller solarthermischen Anlagen funktionieren nicht optimal, weil die Monteure keine Fachleute sind", sagt er. Dann seien Rohre verkehrt herum angeschlossen oder der Wärmefühler an der falschen Stelle montiert.
Die Leistungen für die Umwelt, die finanzielle Rendite auf Dauer, dazu die Fördergelder vom Staat, die bis zu 105 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche betragen können: Schrempel kann jedem raten, sich eine solarthermische Anlage anzuschaffen.
Weniger empfehlen kann er wegen des Risikos und der bürokratischen Hürden etwas anderes, was er selbst gemacht hat: Sein erstes Buch, an dem er gerade schreibt, soll den Titel tragen: " Machen Sie sich nicht selbstständig".

Bildtext:

Warmes Wasser aus Sonnenkraft: Michael Schrempel hat erfahren, dass sich Solaranlagen rechnen.

Foto: Michael Hehmann
Autor:
bekr


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