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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Ärzte fürchten das Ferienende
Zwischenüberschrift:
Gesundheitsdienst erwartet weitere Fälle der Schweinegrippe
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Ferienende, Rückreisewelle, neue Fälle: Zum Schulbeginn erwartet Dr. Gerhard Bojara vom Gesundheitsdienst für Landkreis und Stadt Osnabrück eine deutliche Zunahme von Erkrankungen an Schweinegrippe. Sein Appell: Ärzte sollen dem Gesundheitsdienst umgehend neue Fälle melden.
Der jüngste Stand: 20 Menschen in der Region sind mittlerweile an dem Virus erkrankt. Und eine Ausweitung wird mit Ende der Ferienzeit kommen, ist Bojara überzeugt. Dazu passt, dass die Weltgesundheitsorganisation WHO mit Alarmstufe 6 die höchste Klassifizierung für Pandemie also für eine länder- und kontinentübergreifende Ausbreitung einer Krankheit ausgerufen hat. Die Situation ist also ernst, sagt der Amtsarzt und fügt an: " Es gibt keinen Grund für Hysterie und Panik."
Das wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich. Denn schließlich handelt es sich bei der Schweinegrippe um ein neues Virus, das sich schnell ausbreitet und wogegen es derzeit keinen Impfstoff gibt. Zugleich verläuft die Erkrankung aber deutlich leichter als erwartet, weshalb der Gesundheitsdienst zur Besonnenheit rät.
Dazu ergeht ein Appell an Eltern, die kurz vor Ferienende mit ihren Familien aus dem Urlaub kommen. Sie sollten überprüfen, ob die Kinder möglicherweise Krankheitssymptome aufweisen, und sie im Zweifelsfall nicht in die Schule oder zur Kindertagesstätte schicken. Gerade hier sei die Ansteckungsgefahr besonders groß. Sollten dort Krankheitsfälle auftauchen, müssten Einrichtungen möglicherweise vorübergehend geschlossen werden. Bojara fordert daher auch die Arbeitgeber auf, sich familienfreundlich zu verhalten.
Vor allem geht es dem Gesundheitsdienst aber um die Zusammenarbeit mit den Ärzten. Denn bisweilen müssen die Mitarbeiter " mühevolle Detektivarbeit" leisten wie am vergangenen Wochenende. Da einige Ärzte Verdachtsfälle nicht gemeldet hatten, erhielten die Mitarbeiter positive Laborbefunde, die sie nicht zuordnen konnten. Benötigt werden aber Kontaktdaten, um die Betroffenen über Quarantänemaßnahmen oder Hygieneempfehlungen zu informieren. Deshalb benötigt der Dienst eine umgehende Benachrichtigung vonseiten der Ärzte. Hierfür gibt es ein Meldeformular, das auf der Internetseite des Landkreises (www.lkos.de) » unter der Rubrik Formularpool erhältlich ist.
Die absehbare Zunahme an Fällen bei gleichzeitigem vergleichsweise unproblematischen Krankheitsverlauf macht zudem " pragmatische Lösungen" notwendig, sagt der Amtsarzt. Für den Umgang mit einer Grippepandemie gibt es Richtlinien des Robert-Koch-Instituts, die bindenden Charakter haben. Ein zentraler Punkt: Betroffene bleiben eine Woche in Quarantäne. Bislang sprechen die Mitarbeiter täglich mit erkrankten Personen. Darüber hinaus informieren sie die Menschen, die mit den Betroffenen in Kontakt stehen. In Einzelfällen, wenn diese Personen in sensiblen Bereichen wie etwa in medizinischen Einrichtungen oder in der Pflege arbeiten, sollten sie nicht zur Arbeit gehen.
Bei einer deutlichen Zunahme an Fällen wird das bisher aufwendige Prozedere aber nicht mehr zu leisten sein. Bei gutem Krankheitsverlauf wird der Kontakt zu den Betroffenen möglicherweise in größeren Abständen gehalten. Dazu könnten diese selbst Kontaktpersonen auffordern, ihren Gesundheitszustand zu überprüfen und diesen gegebenenfalls dem Gesundheitsdienst selbst mitzuteilen.
Dazu bleibt noch der Streitpunkt, ob die Diagnostik eine Kassenleistung ist. Bojara bejaht dies ausdrücklich. Zudem dürfe das Laborbudget der Kassenärzte nicht belastet werden, da es sich bei der Schweinegrippe um eine meldepflichtige Erkrankung handle. Untauglich seien allerdings die Schnelltestverfahren. Sie ergäben bei der Schweinegrippe häufig irreführende Ergebnisse, so der Amtsarzt.

Bildtext:

Höchste Pandemie-Stufe, aber noch nicht bedrohlich: Die Schweinegrippe muss ernst genommen werden. Panik ist hingegen unangebracht.

Foto: dpa
Autor:
hmd


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