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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Wegen Remarque musste es Osnabrück sein
Zwischenüberschrift:
14 junge Leute aus verschiedenen Ländern pflegen den Johannisfriedhof und lernen deutsche Kultur kennen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Beim Betreten des Johannisfriedhofs ist ein seltsames Schaben und Kratzen zu hören. Zur richtigen Uhrzeit wäre das einigermaßen gruselig. Doch jetzt scheint die Sonne, und hinter der nächsten Baumgruppe findet sich auch schon die Ursache für die Geräusche: Junge Menschen holen mit Spaten und Harke Unkraut aus Fugen und Ritzen.
Es sind die Teilnehmer eines freiwilligen Dienstes, heute heißt so etwas " Workcamp". 14 Jugendliche aus der Ukraine, der Türkei, aus Korea und weiteren Ländern werden in den kommenden drei Wochen Efeu von Mauern reißen, Wege befestigen, Gitter streichen und Grabsteine reinigen. Freiwillig und ohne Bezahlung.
Warum machen sie das? " Ich möchte die Tradition fremder Länder kennenlernen", sagt Iryna. Außerdem freut sich die 22-jährige Ukrainerin über Begegnungen mit Menschen anderer Kontinente.
Gelegenheit dazu bieten Veranstalter wie der Internationale Jugendgemeinschaftsdienst (IJGD). Aus einem Programm mit rund 60 Angeboten können Menschen zwischen 16 und 26 Jahren ein Workcamp auswählen. Sie arbeiten täglich fünf Stunden für das Projekt, der Rest der Zeit steht zur freien Verfügung.
Iryna hat sich ganz bewusst für das Projekt " Historische Schätze erhalten" in Osnabrück entschieden: " ErichMaria Remarque. Ich mag seine Bücher, und ich möchte auf jeden Fall das Remarque-Zentrum besuchen." Bei Leo aus der Türkei waren Alter und Sprache ausschlaggebend: " Nur in Deutschland und in Frankreich kann man unter 18 Jahren an den Programmen teilnehmen", sagt der 17-Jährige, der kein Französisch spricht. Mit seinen Mitstreitern tauscht er sich auf Englisch aus, auch während der kurzen Gesprächspause im Schatten.
Die Gruppe ist in der ehemaligen Teutoburger Schule untergebracht. Einkaufen, Kochen, Freizeitprogramm das müssen die Teilnehmer selbst organisieren. " Es ist ja kein Animierurlaub", sagt Peer Hilkmann vom IJGD, der die Gruppe in der ersten Woche mit betreut. Den Rest der Zeit sind zwei weitere Betreuer dabei.
" Auf jeden Fall wollen wir nach Amsterdam und nach Köln", erzählt die 21-jährige Iryna, die sich zusammen mit ihrer gleichnamigen Freundin angemeldet hat. An ihrem ersten Abend waren die Workcamper im Moskaubad, nachdem sie vormittags von Oberbürgermeister Boris Pistorius im Friedenssaal des Rathauses begrüßt worden waren. " Ich habe einen Diplomaten erwartet, begegnet ist mir ein aufgeschlossener Mensch", schwärmt Victor (22) und freut sich über die Einladung zum VfL-Spiel.
Dann schnappen sich die jungen Leute ihre Werkzeuge, um weiter auf dem Friedhof zu werkeln. Bei einer Führung werden sie in den nächsten Tagen erfahren, dass er 1808 errichtet worden ist und 66 000 Quadratmeter umfasst, die sich auf fünf symmetrisch gegliederte Abteilungen verteilen. Ein Feld für Gefallene des Zweiten Weltkriegs befindet sich hier, ein Ehrenfeld für Gefallene aus dem Ersten Weltkrieg und ein jüdischer Friedhof. Und es gibt Familiengruften, von denen die Teilnehmer wenigstens eine gerne besichtigen möchten.
Weitere Informationen: www.ijgd.de/ »

Bildtext:

Sorgfältig pflegen Iryna aus der Ukraine (rechts) und ihre 13 Mitstreiter vom Workcamp " Historische Schätze erhalten" den Johannisfriedhof.

Foto: Hermann Pentermann
Autor:
Marie-Luise Braun


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