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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Er ist sauer über ein Knöllchen
Zwischenüberschrift:
Kleingärtner werden nach 40 Jahren plötzlich wegen Falschparkens zur Kasse gebeten
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Jahrzehntelang haben die Kleingärtner in Schinkel ihre Autos direkt vor der Anlage geparkt. Doch jetzt soll Schluss damit sein: Denn die Stadt verteilt nun fleißig Strafzettel an der Weberstraße.
Günther Zachow ist sauer. Der langjährige Pächter des Kleingärtnervereins Schinkel stellt seinen Wagen stets an der Weberstraße ab, in der Nähe seiner Parzelle. Dies macht er seit 40 Jahren so.
Doch jetzt fanden Zachow und andere Hobbygärtner einen Gruß der Osnabrücker Stadtverwaltung unter dem Scheibenwischer: Eine Politesse hatte ihnen ein Knöllchen über 15 Euro verpasst. " Ich möchte jetzt wissen, warum ich auf einmal bezahlen soll″, sagt der 73-Jährige.
Sein Auto steht wie immer auf dem schmalen Seitenstreifen der Straße. Die linken Räder befinden sich jenseits der Fahrbahnmarkierung auf der Straße. Nach Zachows Ansicht stellt dies aber kein Verkehrshindernis dar. " Es haben trotzdem zwei Autos nebeneinander freie Durchfahrt″, sagt er.
Die parkenden Wagen der Kleingärtner hätten sogar einen Vorteil, meint Zachow: Sie würden in der Tempo-30-Zone andere Fahrer dazu zwingen, ihre Geschwindigkeit zu drosseln. Und vor allem sei die Polizei bisher immer an den parkenden Autos vorbeigefahren und habe noch nie jemanden aufgeschrieben.
" Wir handeln in solchen Fällen nach dem Opportunitätsprinzip″, klärt Polizeisprecher Jens Jantos auf. Das heißt: Seine Kollegen können bei kleineren Verstößen einschreiten, müssen aber nicht. " Im Alltag überlassen wir das meist dem OS-Team ″, so Jantos.
Im Stadthaus hat sich Zachow über den Strafzettel beschwert. Sein Einspruch wird von der Verwaltung geprüft. Das Ordnungsamt verwies aber grundsätzlich auf Paragraf 12 der Straßenverkehrsordnung. Das Vergehen: Parken an einer engen Straßenstelle.
Warum erst nach vier Jahrzehnten die Ordnungswidrigkeit an der Weberstraße geahndet wurde, erklärt Karin Heinrich: " Beschwerden aus dem Bürgerforum führten dazu, dass wir an dieser Stelle jetzt bewusst aktiv werden″, sagt die Fachbereichsleiterin Bürger und Ordnung der Stadt.
Für Günther Zachow ist sein weiteres Vorgehen klar: " Es geht mir nicht um die 15 Euro, sondern um das Prinzip. Sollte ich zahlen müssen, werde ich meinen Rechtsschutz aktivieren.″

Bildtext: Er kann es nicht nachvollziehen: Günther Zachow und die anderen Kleingärtner haben ihre Autos seit jeher so geparkt wie auf unserem Foto. Jetzt werden sie plötzlich dafür zur Kasse gebeten. Foto: Egmont Seiler
Autor:
Stefan Buchholz


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