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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Teil der Mittelschicht fällt wegen Wirtschaftskrise nach unten"
Zwischenüberschrift:
Düstere Prognose des Wissenschaftlers Christoph Butterwegge bei Fachtagung zum Hilfesystem in der Wohnungslosenhilfe
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Kommunen und Land sind zuständig für die ambulante Hilfe von Arbeitslosen. Doch trotz rechtlichen Anspruchs setzt manche Körperschaft die Vorgabe nicht um, so auch der Landkreis Osnabrück. Bei der Fachtagung zum Hilfesystem in der Wohnungslosenhilfe forderten die Teilnehmer daher, die Zuständigkeit allein auf das Land zu übertragen.
Heinz Schawe, Mitarbeiter des Caritasverbandes für die Diözese Osnabrück, hatte in seinem Beitrag " 25 Jahre ambulante Wohnungslosenhilfe Rückblick und Ausblick" die derzeitige Regelung vorgestellt. Der rechtliche Rahmen: Schon ab dem ersten Tag könnten Wohnungslose auf Basis der " Hilfe zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten" das Betreuungsangebot einfordern. In den ersten drei Monaten sei die Kommune zuständig, anschließend das Land mit seinen ambulanten Beratungsstellen. In der Praxis würden viele kommunale Körperschaften aber gar kein Hilfsangebot vorhalten, darunter auch der Landkreis Osnabrück. Daher solle die Zuständigkeit ausschließlich auf das Bundesland übertragen werden. Auch in der anschließenden von Reinhard Lange (Fachhochschule Osnabrück) moderierten Podiumsdiskussion gab es zu diesem Vorschlag breite Zustimmung unter den Teilnehmern, neben Schawe noch Christian Armborst (Niedersächsisches Sozialministerium), Thorsten Abeling (Landkreis Diepholz), Thomas Specht (Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe) sowie Gerrit Schulte (Caritasverband für die Diözese Osnabrück).
Fachhochschule Osnabrück und die Zentrale Beratungsstelle Osnabrück hatten mit dem Ziel, Theorie und Praxis zusammenzuführen, zur Fachtagung eingeladen. Knapp 70 Teilnehmer aus Beratungsstellen, Verwaltung und Politik hatten teilgenommen. Den eher lockeren Auftakt machte das Theater RatzFatz, das aus zugerufenen Stichworten zum Thema improvisierte. Eine Idee: eine vollautomatische Antragsmaschine für Hartz-IV, sodass mit den Betroffenen gar nicht mehr direkt gesprochen werden müsse.
Weniger erfreulich: Zunehmende Fallzahlen verzeichnet die Beratungsstelle, die von Caritas und Diakonie getragen wird und für den Bereich südlich Weser-Ems zuständig ist. Besonders auffällig ist, dass zunehmend unter 25-Jährige betroffen sind. Im abgelaufenen Jahr hatte es insgesamt 2656 Beratungsfälle gegeben, 1784 Menschen bezogen als Wohnungslose Hilfsangebote.
Den gesamtgesellschaftlichen Bezug stellte Prof. Christoph Butterwegge (Universität Köln) her. Armut sei weniger Folge von Arbeitslosigkeit, sondern von der Umverteilung von unten nach oben. Die derzeitige Wirtschaftskrise werde die Lage noch verschärfen, da die Mittelschicht auseinanderbrechen und der größere Teil " nach unten fallen" werde, so seine düstere Prognose. In seinem Vortrag " Armut und Sozialstaatsentwicklung" forderte der Wissenschaftler die Akteure der Wohnungslosenhilfe auf, sich stärker politisch zu engagieren. Andere Lobbygruppen würden die Wirtschaftskrise ausnutzen, um ihre Interessen durchzusetzen, so Butterwegge.
Autor:
hmd


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