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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Schafbock Rollo sucht neues Zuhause
Zwischenüberschrift:
Seit über einem Monat hat das Osnabrücker Tierheim einen ungewöhnlichen Mitbewohner
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Ein seltener Gast haust derzeit im Osnabrücker Tierheim: Schafbock Rollo steht einsam und verlassen im Stall und vermisst seine Artgenossen. Genau wie viele Hunde und Katzen ihre herzlosen Halter vermissen: Denn in der Urlaubszeit werden Haustiere vermehrt irgendwo ausgesetzt.
" Seit über einem Monat ist Rollo bei uns", sagt Martina Rüthers. Die Leiterin des Tierheims kann nicht mehr viel erschüttern: Seit 22 Jahren macht sie den Job und hatte schon einige exotische Tiere zu Gast: " Hängebauchschweine, ein Pferd und gerade ist auch eine Pfauenhenne bei uns", sagt die resolute Frau.
Den Schafbock hat ihr Ulf Schroer vorbeigebracht. " Wir haben lange gebraucht, bis wir ihn gefangen haben", sagt der stellvertretende Leiter des Bauhofes Hasbergen. Anwohner am Roten Berg hatten ihn alarmiert: Ein Schafbock irre in den Wiesen herum. " Mit fünf Mann haben wir ihn eingekreist, und einer hat sich dann auf ihn geschmissen", so Schroer.
Bei den Viehhaltern in der Gegend hat er sich erkundigt, ob jemand einen Schafbock vermisst: " Wir haben vermutet, dass er irgendwo ausgebüxt ist." Weil er niemanden fand, dem das Tier gehört, hat er es schließlich im Heim abgegeben. " Es ist ja auch schon recht alt", vermutet Schroer.
Das genaue Alter des Schafbocks kann auch Martina Rüthers nicht sagen. Sie hat ihn auf den Namen Rollo getauft. " Er fühlt sich sehr einsam und reagiert scheu auf fremde Menschen", weiß sie. Vor allem am Anfang sei dies schwierig gewesen. " Mittlerweile merkt man aber: Er sucht Kontakt und wird neugieriger."
Rollo braucht vor allem Gesellschaft und eine große Wiese. Die Mitarbeiter des Tierheims können ihn nur ab und zu stundenweise anpflocken, aber leider keinen richtigen Auslauf bieten. Sicher werde es nicht einfach sein, Rollo in eine Herde zu integrieren, in der es schon einen starken Schafbock gibt, glaubt Rüthers. " Abervielleicht hält jemand zwei, drei Schafe, das würde passen." Interessenten können sich unter der Telefonnummer 05 41/ 44 12 32 melden.
Die Leiterin des Tierheimes hat derzeit alle Hände voll zu tun: Denn in der Urlaubszeit werden vermehrt Hunde und Katzen ausgesetzt, die nicht mehr ins Auto oder in den Flieger passen. " Die Leute geben sich beim Abliefern der aufgefundenen Tiere die Klinke in die Hand", so Rüthers achselzuckend. Derzeit leben 83 Katzen und 36 Hunde im Tierheim doppelt so viele wie zu normalen Zeiten. Dies liegt auch daran, dass viele nicht kastrierte Katzen oft für ungebetenen Nachwuchs sorgen. Dieser wird von den Tierhaltern der Mutter weggenommen und irgendwo zurückgelassen. Solch ein verlassenes Kätzchen haben Ferdinand Leuthold und Angelika Istel aus dem Widukindland gefunden.
" Nachdem sie einen Tag lang in unserem Garten gejammert hat, haben wir uns um sie gekümmert", erzählt Angelika Istel. " Sie war höchstens zehn Wochen alt", ergänzt Ferdinand Leuthold kopfschüttelnd: " Dass Tierhalter Katzen nicht kastrieren lassen, sollte verboten werden."

Bildtext:

Einsam ist Rollo. Er möchte so schnell wie möglich ein neues Zuhause: Ideal wäre eine große grüne Wiese und ein paar Schafe als Gesellschaft.

Foto: Hermann Pentermann
Autor:
Benjamin Kraus


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