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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Schellenbergbrücke ab heute gesperrt
Zwischenüberschrift:
Längste Brücke der Stadt wird neu errichtet – Umleitung über die Sandforter Straße
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die Schellenbergbrücke wird abgerissen. Deshalb ist die längste Brücke der Stadt ab heute für Autofahrer gesperrt. Der Verkehr wird über die Sandforter Straße umgeleitet. Für Fußgänger und Radler hat die Stadt eine provisorische Holzbrücke direkt neben dem alten Bauwerk errichtet. Im November 2011 soll der Neubau der Brücke für den Verkehr freigegeben werden.
Nach fast 100 Jahren hat die alte Schellenbergbrücke ausgedient. Die ältesten Teile des Bauwerks stammen noch von 1912. Mit knapp 130 Metern Länge überspannt es den Güterbahnhof, die Hase sowie die Eisenbahngleise, die Amsterdam und Berlin miteinander verbinden.
Bis Mitte der 90er-Jahre gehörte Osnabrücks längste Brücke der Bahn. Aufgrund des Eisenbahnkreuzungsgesetzes fiel das Bauwerk dann an die Stadt. Gleichzeitig kam heraus, dass die Schellenbergbrücke bald baufällig sein würde. Ein zweifelhaftes Geschenk also, doch wie Oberbürgermeister Boris Pistorius kürzlich sagte: " Wir durften es nicht ablehnen."
Die Stadt engte dann die Fahrbahn ein, denn schon die Begegnung zweier Lastwagen auf der Brücke war beinahe zu viel für das verrostete Bauwerk. Nach den ersten Zeitplänen würde die neue Brücke schon jetzt stehen. Doch die Vergabe des Bauauftrages verzögerte sich. Es kam zu einem langwierigen Bieterstreit, der am Ende sogar das Oberlandesgericht in Celle beschäftigte.
Bauunternehmer Mark Hofschröer erhielt schließlich den Zuschlag. Die Erneuerung soll alles in allem 9 Millionen Euro kosten. Die Deutsche Bahn wird zwei Drittel, die Stadt ein Drittel der Kosten übernehmen. Rund 20 Monate lang wird an der Brücke gearbeitet: Bis Ende des Jahres soll der Abriss dauern. Im Laufe des kommenden Jahres entsteht das Nachfolgemodell.
Läuft alles nach Plan, rollen ab November 2011 wieder Autos über die neue Schellenbergbrücke. Sie soll 1, 50 Meter höher sein als die alte, damit auch die neuen, höheren Zugmodelle der Bahn unter ihr durchfahren können.
Und sie wird aus Beton bestehen, weil dieses Material weniger kostet als Stahl. Dennoch soll das Bauwerk nicht klobig wirken, sondern auch ästhetischen Ansprüchen gerecht werden. Daher wird zumindest etwas Stahl eingesetzt, allerdings kombiniert mit Glas: Aus diesen Materialien soll das Geländer bestehen.
So zeigt sich die künftige Schellenbergbrücke in einer Computersimulation als schlankes Bauwerk auf mächtigen Pfeilern. Weil die Stadt es vor illegalen Malereien schützen will, ist für die 1, 80 Meter hohe BrüstungSicherheitsglas vorgesehen, das Graffiti-Farben abweist.
Die Entscheidung für die Sandforter Straße als Umleitung begründet die Verwaltung so: Zunächst habe man den Seilerweg favorisiert, dann jedoch festgestellt, dass sich dort während des Berufsverkehrs lange Staus bilden würden. Die Sandforter Straße habe sich als am besten geeignet erwiesen, zumal sich dort auch die wenigsten Ampeln befänden.
Wer sich über den Stand der Arbeiten informieren will, kann selber Augenzeuge werden, aufs Fahrrad steigen oder zu Fuß über die provisorische Holzbrücke gehen und beobachten, wie die neue längste Brücke der Stadt entsteht.

Bildtext: Fast 100 Jahre hat die alte Schellenbergbrücke ihren Dienst getan. Nun wird sie abgerissen und erneuert. Autofahrer müssen über die Sandforter Straße ausweichen, für Radler und Fußgänger ist eine Behelfsbrücke aufgebaut worden. Foto: Gert Westdörp
Autor:
Jann Weber


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