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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Die alte Mauer blüht wieder
Zwischenüberschrift:
Kloster Nette: Natur- und Denkmalschutz schließen sich nicht aus
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Das Foto gleicht einem Suchbild: Efeu ist zu sehen, darüber streckt ein Fliederbusch seine Äste, Wildrosen haben sich ausgebreitet, mittendrin sind ein paar Farne auszumachen. Irgendwo soll auch noch eine Mauer zu sehen sein. Und um die dreht es sich eigentlich. Die denkmalgeschützte Natursteinmauer am Kloster Nette wurde ein Jahr lang saniert.
Idyllisch sieht die Mauer auf der Fotografie aus, und viel zu schade, um sie auch nur ein wenig zu ändern. Aber: " Die Mauerkrone drohte unter dem Gewicht der Pflanzen zu zerbrechen", sagt Architektin Monika Demann. Und Bruno Switala, der städtische Denkmalpfleger, erklärt: " In ein paar Jahren wäre die Mauer komplett zerstört gewesen." Deshalb wurde vor gut einem Jahr mit ihrer Sanierung begonnen.
Einst sollte die Mauer das Gut Nette schützen, einen Adelssitz aus dem 14. Jahrhundert, in dem heute die Missionsschwestern vom heiligen Namen Mariens leben und arbeiten.
Einige Pflanzenarten hatten sich im Lauf der Zeit auf dem Mauerwerk ausgebreitet, darunter seltene und geschützte. Schwester Karola nennt den Tüpfelfarn, Moose und Flechten. Diese sollten bei der Sanierung erhalten bleiben.
Das war der Grund für die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, das Projekt mit 62 475 Euro zu unterstützen: " Es ist eine modellhafte Verknüpfung von Naturschutz und Denkmalpflege", erläutert Referent Lutz Töpfer. Ihm ist es ein Anliegen, alte Gemäuer auch als Lebensräume für Pflanzen und Tiere wie Salamander und Molche zu erhalten.
Um die Pflanzen zu schützen, wurden sie vorsichtig ausgegraben und im Wald des Klosters zwischengelagert. Zudem zogen Mitarbeiter des Botanischen Gartens der Universität Osnabrück Sämlinge. Sie war als Kooperationspartner bei dem Projekt an Bord.
Stück für Stück wurde die Mauer saniert. Problematisch waren bei der Sanierung weniger die Pflanzen, die sich auf der Mauer ihren Lebensraum gesucht haben. Die Wurzeln von Efeu und Flieder drohten das Gemäuer von innen zu sprengen. So hatte eine Berberitze ihre Wurzeln zwei Meter tief und sechs Meter lang durch das Mauerwerk geschoben.
Am Ende haben die Handwerker ein spezielles Substrat auf die Mauerkrone aufgetragen, in die die Pflanzen eingesetzt wurden. " Diese Krone schützt das Mauerwerk vor Witterungseinflüssen", erläutert Dr. Peter Schneider, der an der Entwicklung des Substrats beteiligt war. " Die alte Mauer blüht wieder", sagt Schwester Karola und freut sich.
" Ob die Sanierung erfolgreich ist, zeigt sich in etwa fünf Jahren", sagt Monika Demann am Ende der Präsentation. Ein erstes Erfolgssignal gibt es aber bereits. Und der Teil der Mauer, der im Herbst 2009 fertiggestellt worden war, hat den vergangenen Winter hervorragend überstanden. " Und der war besonders hart", betont Bruno Switala.

Bildtext:

Für die Ewigkeit ist die Klostermauer zwar nicht gebaut, aber nach der Sanierung wird sie sicherlich wieder viele Jahre halten.

Foto: Elvira Parton
Autor:
Marie-Luise Braun


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