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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Hasereinigung als Notstandsarbeit
Zwischenüberschrift:
8000 Kubikmeter Schutt und Schlamm entfernt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Schon seit geraumer Zeit standen die Straßenpassanten an den Brücken, die über die Hase führen, und bestaunten die gewaltigen Greifbagger, die den Schlamm und den Schutt aus dem Flußbett heraushoben. Nun, es war auch Zeit geworden, denn die Hase drohte allmählich völlig zu verschlammen und bot einen wenig schönen Anblick dar. Die sowieso nur geringe Strömung wurde durch die großen Trümmerschuttberge im Flußbett gehemmt, und die Stellen, wo ausnahmsweise mal keine Trümmer lagen, wurden vollgeschwemmt.

Um diesem Übelstand abzuhelfen, beauftrage das Stadtbauamt in Verbindung mit dem Kanalbauamt die Firmen Pape und Tupker, eine großzügige Reinigung des Flußbettes vorzunehmen und Schlamm und Trümmer abzufahren. Zur Durchführung dieses Programms wurden etwa etwa 70 Notstandsarbeiter, also Arbeitslose, eingesetzt, zu denen noch einige Stammarbeiter der beiden Firmen sowie tecnisches Personal zur Bedienung der Maschinen kam. Das Arbeitsamt zahlte für jeden Notstandsarbeiter einen täglichen Betrag zu. so daß die Finanzierung dieses Projekts nicht nur von der Stadt getragen wurde.

Als erster Bauabschnitt wurde in diesen Tagen der Flußlauf von der Neuen Mühle in der Nahe des Bahnhofes bis zur Pernickelmühle gereinigt. Jeden Morgen um 6.00 Uhr wurde die Hase an der Neuen Mühle gestaut und das Wehr an der Pernickelmühle geöffnet, so daß da, dazwischenliegende Flußbett nur sehr wenig Wasser führte. Dann begann die Arbeit. Am Rande des Flußbettes wurden Gleise gelegt und der gesetzt, die die Arbeit erleichterten. Auf den Brücken standen dann die Greifbagger und hoben die triefenden und übelriechenden Schlammmassen nebst Steinen und Mauerreiten In die Lastwagen und Anhänger. Diese fuhren, auf allen Seiten tropfend, mit ihrer Last nach den Tongruben in Hellern, wo die ganze feuchte Ladung ausgekippt wurde. Daß die Polizeibeamten nicht gerade freundlich auf diese Schlammfuhren blickten, die auf ihrem Wege ständig das Stadtbild und die Straßen verunreinigten, läßt sich denken.

Insgesamt wurden bis zum 29. Oktober ca. 8000 Kubikmeter Schlamm und Trümmer aus der Hase entfernt. Die Arbeit wurde in etwa 20 000 Arbeitsstunden bewältigt. Die Arbeit in der ständigen Feuchtigkeit und dem Morast des Flußbettes war alles andere als leicht, und trotz der Gummistiefel gab es manchmal nasse Füße. Nun sind die Arbeiten an diesem Abschnitt abgeschlossen. Fast wäre in den letzten Tagen noch einer der beiden Greifbagger zu einem unfreiwilligen Bad in den Fluß gerutscht, aber ein Mauerrest hielt den Stahlkoloß im letzten Augenblick noch auf. Der Führer des Baggers war schon " ausgestiegen".

In etwa 14 Tagen bis drei Wochen wird auch der letzte Abschnitt der Arbeit, der Flußlauf von der Pernickelmühle bis etwa zum Kloster der " Ewigen Anbetung", geschafft sein. Einen Teil der Arbeitskräfte hat man jetzt schon entlassen, da der zweite Arbeitsabschnitt bei weitem nicht so groß ist wie der erste.

Die alte Hase aber fliießt weiter in Ihrem Bett wie bisher. Nun, sie hat Ja auch im Laufe der Geschichte allerhand erlebt, so daß sie nichts mehr aus der Ruhe bringen kann. Doch ein bißchen freut sie sich auch, daß bald nichts mehr ihren Lauf hemmen und daß sie wieder sauber sein wird wie früher. Und die Osnabrücker freuen sich noch mehr! er.


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