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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Kleiner Platz mit großer Geschichte
Zwischenüberschrift:
Ein Park zierte einst den Stresemannplatz
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Der Stresemannplatz hat schon bessere Zeiten erlebt. Das Dreieck zwischen Goethering, Möserstraße und Schlagvorder Straße führt ein Schattendasein unter hohen Bäumen und eingekeilt von verkehrsreichen Straßen.
Von Marie-Luise Braun
Osnabrück. Herrschaftliche Häuser haben hier um 1900 gestanden. Das Viertel entstand nach dem Bau des ersten Osnabrücker Bahnhofs. Er wurde als " Hannoverscher Bahnhof" im Jahr 1855 eröffnet. Die Gegend entwickelte sich schnell zu einer der ersten Adressen der Stadt. Dies wurde verstärkt, als 1895 der Hauptbahnhof seinen Betrieb aufnahm.
Von der einstigen Pracht sind allerdings nur noch wenige Gebäude erhalten. Die meisten Häuser, die einst im Bahnhofsviertel entstanden, wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört. An ihrer Stelle wurden Wohn- und Geschäftshäuser errichtet.
Um 1900 befand sich auf dem damaligen Goetheplatz ein kleiner Park mit Rasenfläche und korrekt aufgereihten Bäumen. Später wurde der nach dem Reichskanzler, Außenminister und Friedensnobelpreisträger Gustav Stresemann (1878 1929) benannt.
Auf der Fläche ist ein Reiterstandbild zu sehen, das zu Ehren Kaiser Wilhelms I. aufgestellt worden war. Den Sockel aus rötlichem Granit zierte die Inschrift " Wilhelm dem Großen". Die Statue wurde am 16. Juli 1899 in einer patriotischen Feier enthüllt. Unter den Gästen der Feier war Prinz Friedrich von Preußen.
Das Standbild hat den Krieg nicht überstanden. Wann der bronzene Kaiser seinen Platz räumen musste, ist nicht genau zu klären und auch wo er gelandet ist, liegt im Dunkeln. Es wird vermutet, dass die Plastik eingeschmolzen wurde.
1999 meldeten sich jedoch Zeitzeugen bei unserer Zeitung. Einige sagten, das Denkmal auf dem Schrottplatz des Klöckner-Stahlhandels an der Neulandstraße gesehen zu haben, andere meinten, es habe nach dem Krieg auf einem offenen Güterwaggon gestanden. Und eine Leserin hatte ein Foto eingesandt, auf dem zu sehen ist, wie die Statue vom Sockel geholt wurde leider fehlte aber das Datum. Vermutet wird die Zeit zwischen 1941 und 1944.
Der Sockel aus rötlichem Granit, auf dem das Kaiser-Wilhelm-Denkmal gestanden hatte, wurde erst in den 1950er-Jahren demontiert. Einige Überreste entdeckte ein Leser Ende 1999 unter einem Gebüsch an der Veilchenstraße.
Die Stadt will den Platz gestalterisch aufwerten und die Verkehrsführung verbessern. Erste Entwürfe wurden dem Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt.

Bildtext: Ein Park zierte um die Jahrhundertwende den Goetheplatz, den heutigen Stresemannplatz. Damals gehörte das Viertel wegen seiner Nähe zum Hauptbahnhof zu den Top-Adressen der Stadt. Die Ansichtskarte stammt aus der Sammlung von Helmut Riecken, Osnabrück.

Im Winter wurde dieses Foto des Stresemannplatzes aufgenommen. Sonst wären die Häuser im Hintergrund hinter Laub verborgen. Foto: Elvira Parton
Autor:
Marie-Luise Braun


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