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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Zwickmühle: Baum oder Bau?
Zwischenüberschrift:
Fehlerhafter Plan sorgt für eine paradoxe Situation an der Lürmannstraße
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Bauen ist erlaubt, aber die beiden Bäume müssen erhalten bleiben. Nur die eine Option schließt die andere aus. Vor dieser paradoxen Situation stehen Planer und Politiker am Westerberg. Die Festlegungen für das Eckgrundstück Lürmannstraße/ Gutenbergstraße schließen sich gegenseitig aus. Jetzt muss die Stadt entscheiden.
Die Massivhaussysteme GmbH (mhs) will auf dem Grundstück acht exklusive Eigentumswohnungen errichten und wirbt dafür mit dem Label " Green Living". Grün, weil es auf dem Areal so schön grün ist. Aber ausgerechnet der eindrucksvollste Baum auf dem 1280 qm großen Grundstück steht dem Projekt im Weg mitten in der bebaubaren Fläche. Und dieser stattliche Baum soll auch noch bemerkenswert vital sein.
1978 hat die Stadt einen Bebauungsplan für das Quartier beschlossen und dabei offensichtlich übersehen, dass sich Baugrenze und Baumschutz gegenseitig ausschließen. Ein Widerspruch in sich, wie Franz Schürings, der Leiter des Fachbereichs Städtebau, jetzt vor dem Stadtentwicklungsausschuss einräumte.
Seit dem 20. Mai liegt der Stadt ein Bauantrag vor, der die Planer in die Zwickmühle treibt. Erlauben sie dem Unternehmen, die Eigentumswohnungen zu bauen, werden sich Nachbarn und Naturschützer empören, dass es in Osnabrück selbst für geschützte Bäume keinen Schutz gebe. Wird der Bauantrag abgelehnt, setzt sich die Stadt dem Vorwurf aus, dass nicht einmal ein gültiger Bebauungsplan Rechtssicherheit für Investoren biete. Denkbar wäre immerhin, statt der acht Eigentumswohnungen nur vier zu genehmigen und den Baum stehen zu lassen. Dann würde das Bauunternehmen vermutlich abwinken, weil sich die Idee vom " Green Living" als unwirtschaftlich erwiese.
Erschwerend kommt hinzu, dass der Investor einen zweiten geschützten Baum opfern möchte. Der steht zwar außerhalb der bebaubaren Fläche. Aber ausgerechnet dort, wo der Architekt die Einfahrt zur Tiefgarage anlegen möchte.
Im Stadtentwicklungsausschuss waren lauter ratlose Gesichter zu sehen, als das Thema auf den Tisch kam. Nur der Naturschutzbeauftragte Gerd Mäscher gab eine klare Stellungnahme ab: Wenn die Baugrenzen fehlerhaft seien, dürfe nicht der Baum geopfert werden.

Bildtext:

Eindrucksvolles Grün: Zwei Bäume auf diesem Grundstück an der Lürmannstraße stehen einem Bauprojekt im Weg.

Foto: Parton
Autor:
rll


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