User Online: 2 | Timeout: 17:34Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Lebenszeichen von der Front
Zwischenüberschrift:
Am Mittwoch lesen prominente Osnabrücker aus Feldpostbriefen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Feldpostbriefe waren in vielen Kriegen die einzige Verbindung zwischen den Soldaten an der Front und ihren Familien zu Hause. Jeder einzelne dieser Briefe war ein Lebenszeichen für die Angehörigen, und jeder Brief konnte der letzte sein. Aus Feldpostbriefen lesen bekannte Osnabrücker am Mittwoch, 24. Juni, um 19 Uhr in der Kunsthalle Dominikanerkirche.
Oberbürgermeister Boris Pistorius, Gitarrenlegende Peter Finger, VfL-Präsident Dr. Dirk Rasch, VfL-Urgestein Joe Enochs, sowie die Hauptdarsteller der " Hermannsschlacht" Clemens Dönicke (Hermann) und Oliver Meskendahl (Varus) lesen, was Soldaten in verschiedenen Kriegen verfasst haben.
Texte aus dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/ 71 werden an dem Abend vorgetragen, aber auch aus den Tagebüchern und Briefen von Erich Maria Remarque, seinem Kriegskameraden Georg Middendorf und dem bekannten Osnabrücker Maler Heinrich Assmann. Hermann Queckenstedt, der Leiter des Diözesanmuseums, liest aus Briefen, die ein Osnabrücker Ordensgeistlicher im Zweiten Weltkrieg geschrieben hat.
Feldpost ist so alt wie der Krieg selbst. Entstanden ist sie aus der Kriegspost, die zur Übermittlung rein militärischer Informationen diente. Lange war sie nicht an die schriftliche Form gebunden, sondern wurde auch mündlich überliefert. Eine bis heute berühmte Kriegspost ist die des Läufers von Marathon, der 490 vor unserer Zeitrechnung vor Erschöpfung starb, nachdem er die Siegesnachricht in Athen verkündet hatte.
Im deutsch-französischen Krieg 1870/ 71 erreichte die Feldpost einen Höhepunkt an Effektivität: Technische Innovationen wie Eisenbahn und Telegraf machten es möglich, dass mehr als 90 Millionen Briefe befördert wurden. Spätestens seit dieser Zeit wird Feldpost hauptsächlich als private Post verstanden. Der eingezogene Handwerker schrieb ebenso Briefe wie der Universitätsprofessor. Für die Familien in der Heimat waren diese Briefe Lebenszeichen aus einer unbekannten Welt.
Im Zweiten Weltkrieg war die Bedeutung von Feldpost für die psychische Stabilität der Soldaten an der Front bereits fester Bestandteil der Kriegsführung. Schon vor dem Überfall auf Polen hatte die Wehrmacht Feldpostnummern an alle Einheiten vergeben, um den schnellen Versand der Briefe sicherzustellen. Alle privaten Feldpostsendungen wurden gebührenfrei befördert.
Nach 1945 gab es die Feldpost in Briefform nur noch als historisches Dokument. Heutige Nachrichten der Soldaten vom Balkan, aus Afghanistan oder Afrika erreichen Familienangehörige und Freunde nicht mehr als Brief, sondern per E-Mail.
Die Ausstellung " Bilderschlachten 2000 Jahre Nachrichten aus dem Krieg. Technik Medien Kunst" zeigt die Wechselwirkungen zwischen kriegerischen Ereignissen, technologischer Entwicklung und der medialen Darstellung. Sie ist in der Kunsthalle Dominikanerkirche, im Museum Industriekultur und im Erich-Maria- Remarque-Friedenszentrum zu sehen.

Bildtext:

Eine Blume für die Liebste: Feldpostbriefe aus dem Krieg 1870/ 71 im Museum Industriekultur.

Foto: Museum Industriekultur


Anfang der Liste Ende der Liste