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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Der Staat hat keinen Plan"
Zwischenüberschrift:
2500 Schüler und Studenten demonstrieren für bessere Bildung
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
2500 Studenten und Schüler demonstrierten gestern in Osnabrück für eine bessere Bildung. Sie zogen vom Schloss zum Markt, besetzten vorübergehend das Rathaus und blockierten den Neumarkt für 15 Minuten.
" Ich glaube, der Staat hat keinen Plan, was er macht", meint Annika Papenbrock. " Die Politiker wissen nicht, unter welchem Druck wir stehen und welche Kosten wir zu tragen haben", sagt die Elftklässlerin der BBS Haste.
Da sei der Druck des Turboabis, die Kosten für Lernmittel und außerschulische Aktivitäten wie Ausflüge und Museumsbesuche. Zudem fehle die Freiheit, durch Wahlkurse persönliche Schwerpunkte setzen zu können. Papenbrock moniert zu große Klassen, und ihr Mitschüler Moritz Brüggemann spricht von Ausfallstunden wegen fehlender Lehrkräfte. " Wir werden sehr gefordert, aber man gibt uns nichts", fasst er zusammen.
Ähnlich legen die studentischen Demonstranten die Situation nach dem Abitur dar. " Die Studiengebühren halten Schlechtergestellte vom Studium ab", sagt Jörg Gakenholz. Die Ziele und Ideen des Bologna-Prozesses, der die Hochschulen reformieren soll, seien nicht verkehrt, betont der Sozialreferent des Allgemeinen Studierenden-Ausschusses der Uni (AStA). Allerdings würden diese nicht gut umgesetzt. So erleichtere die Vergabe von Punkten weder den Wechsel an eine Hochschule im Ausland noch an eine andere Universität in Deutschland. Und auch die Abbrecherquoten werden kaum minimiert, betont AStA-Sprecher Patrick Seele.
Prof. Dr. Klaus Busch ergänzt: " Die Studiengänge sind jetzt total überfrachtet. Die Studenten sind vier- bis fünfmal stärker belastet als vor dem Bologna-Prozess." Auch das Lehrpersonal sei überlastet. Die Überfüllung der Seminare führe zu einer Absenkung des Niveaus. Aus den Studiengebühren würden dennoch keine Lehrkräfte finanziert. " Dabei werden die Mittel nicht voll ausgeschöpft. Die Universität Osnabrück hat Überschüsse", betont er.
Die Demonstranten fordern kostenfreie Bildung, die Abschaffung der Studiengebühren, gerechte Bildungschancen, Investitionen in Bildung und Transparenz. Zudem monieren sie die Ausrichtung der Bildung an wirtschaftlichen Zielen.
Während der Abschlusskundgebung erklärte sich Oberbürgermeister Boris Pistorius solidarisch mit den Forderungen der Demonstranten. Von der Leitung der Universität war niemand da. Bis zum Wochenende folgen weitere Protestveranstaltungen, so der Workshop " Kunst und Protest", und Vorträge.
Bildergalerie im Internet
unter www.neue-oz.de »

Bildtext:

Bildung darf nicht nur an wirtschaftlichen Interessen ausgerichtet sein. Das forderten die Schüler und Studenten bei der Demonstration, die gestern vom Schloss an den Markt führte.

Johannes Reinhardt ist gegen Studiengebühren.

Fotos: Gert Westdörp
Autor:
mlb


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