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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Wie sich eine Verkehrsader zurückverwandelt
Zwischenüberschrift:
Für einen Festtag zeigte der Rosenplatz seine alten Qualitäten
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Sie sehen ihn auf dem Rosenplatzfest, erkennen ihn und sprechen ihn an. Selma (9), Esraa (9) und Aylin (10) überlegen gemeinsam mit Oberbürgermeister Boris Pistorius, wo sie sich schon mal begegnet sind. Die drei erzählen, dass sie Fußballerinnen in einem Projekt für Mädchen sind und das Rätsel ist gelöst. Das Stadtoberhaupt war auch dort schon mal zu Gast.
Die drei Mädchen gehen in die Rosenplatzschule nebenan, und heute genießen sie etwas, was sonst lebensgefährlich wäre: Sie flanieren unbekümmert auf der Straße. Denn die ist an diesem Tag für Autos gesperrt.
Anja Prüssner vom Fachbereich Städtebau, Katarzyna Lukasiewicz vom Verein zur Förderung von Kindern aus Zuwandererfamilien und Sonja Finkmann von der Gesellschaft für Stadtentwicklung haben schon am Morgen Schilder aufgestellt, Bänke und Tische geschleppt und aufgebaut. Und schon lange vorher hatten sie 25 Vereine, Initiativen und soziale Träger eingeladen, das Fest mitzugestalten.
Rosenplatz dieser Name verspricht eine Idylle, die sich vor einem halben Jahrhundert aufgelöst hat. Noch kurz nach dem Zweiten Weltkrieg spielten hier Kinder Fußball. Doch dann drängte sich der Verkehr auf. Und der Lärm.
Zum fünften Mal erobern sich jetzt die Menschen den Platz für einen Tag zurück. Nachbarn feiern miteinander, von denen hier viele in den vergangenen Jahrzehnten eine neue Heimat gefunden haben. 7000 Menschen aus der näheren Umgebung stammen aus 70 Nationen. Dass hier jetzt so viele Kulturen zu Hause sind, sieht Oberbürgermeister Boris Pistorius als Bereicherung für den Stadtteil. " Und das Rosenplatzfest zeigt: Hier ist etwas entstanden. Da lohnt es sich, Zeit, Arbeit und Geld zu investieren."
Damit spielt Pistorius auch auf das geplante Sanierungsprogramm an. Was sich dahinter verbirgt, können Besucher am Stand der Gesellschaft für Stadtentwicklung sehen. Ab dem kommenden Jahr soll der Verkehrsader Rosenplatz wieder mehr Lebensraum abgerungen werden.
Bernhard Remmers vom Runden Tisch Rosenplatz interviewt Besucher. Es geht um zwei Fragen: " Was ärgert Sie am Rosenplatz?" und " Was wünschen Sie sich für den Rosenplatz?" Am meisten missfällt den Gesprächspartnern das heruntergekommene Eckhaus zur Johannisstraße. Und ebenfalls die meisten sehnen die Sanierung des gesamten Platzes herbei mit mehr Raum für Fußgänger und Fahrräder.
Nebenan genießen Besucher den Geschmack der Küche Ostafrikas. Kinder vergnügen sich mit Dosenwerfen, Seilspringen und Torwandschießen. Zwei Freunde, die beide Jonas heißen und elf Jahre alt sind, bauen aus fast 3000 Holzstäben einen riesigen Turm. Erwachsene informieren sich an Ständen über Integrationslotsen, Nachbarschaftshilfe und die vielen anderen Angebote im Stadtteil, die das Miteinander fördern und Licht auf Schattenseiten werfen.
Auf der Bühne wechseln sich Musiker fast im Stundentakt ab. Von asiatischer und russischer Folklore über Rap bis Soul reicht das Programm. Höhepunkte sind die Musikgruppe Way out West und das Funkorchester.
So zeigt der Rosenplatz einen Tag lang auch Selma, Esraa und Aylin etwas von seinen alten Qualitäten bis er schließlich wieder zur Verkehrsader wird.

Bildtext:

Ein Turm auf dem Rosenplatz: Sie heißen beide Jonas und stapeln 3000 Holzstäbchen in die Höhe.

Das Fest ist auch ihr Werk: Anja Prüssner, Katarzyna Lukasiewicz und Sonja Finkmann (von links) luden die Akteure ein.

Fotos: Gert Westdörp
Autor:
jweb


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