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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Sie sind bei jedem Wetter draußen
Zwischenüberschrift:
Zehn Jahre Waldkindergarten
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Wenn es einen König im Waldkindergarten der Heilpädagogischen Hilfe geben würde, dann hieße er Paul. Der Sechsjährige thront etwa acht Meter hoch in der Krone eines Baums und schaut gemütlich auf seine " Untertanen" herab. Manchem Erwachsenen stockt bei diesem Anblick der Atem. Was könnte nicht alles passieren, wenn er herunterfällt? Als ihm jemand die Frage zuruft, ob er Angst habe, antwortet er gelassen: " Nö."
Die 15 Mädchen und Jungen des Waldkindergartens haben keinen Strom und kein fließendes Wasser. Sie sind bei jedem Wetter draußen in der Natur und müssen ihr Klo selbst entsorgen. Bei Regen werden die Kinder nass, aber sie sind glücklich.
Gabi Lommers ist von Anfang an dabei. Sie hat den kleinen Kindergarten, dessen Zentrum ein Bauwagen bildet, mit eingerichtet. Die Leiterin des Kindergartens erinnert sich: " Mir war die Natur wichtig. Ich wollte Kindern angesichts der zunehmenden Zerstörung der Umwelt den Schutz der Natur vermitteln."
Die drei- bis sechsjährigen Kinder sind jedoch nicht ständig im Wald oder im selbst angelegten Garten tätig. Manchmal gibt es Ausflüge in die " Zivilisation", wenn sie in die Stadtbibliothek gehen oder den Markt besuchen.
Leider, so bedauert Elisabeth Müller-Suttmeyer von der Bereichsleitung Kinder und Jugend der Heilpädagogischen Hilfe, steht der Waldkindergarten nur nicht behinderten Kindern zur Verfügung. " Das Land Niedersachsen erteilt keine Betriebserlaubnis für einen integrativen Kindergarten" sagt sie. Dabei ist sie sicher, dass alle Kinder von den Erfahrungen in der Natur profitieren könnten. Eltern und Lehrer von ehemaligen " Wald-Kindern" berichten, dass sie häufig ein gutes Sozialverhalten, Kreativität und Fantasie zeigten und sich mehr zutrauten.
Ohne ein gutes Selbstvertrauen hätte Paul den Weg in die Baumwipfel wohl gar nicht angetreten. Der Sechsjährige ist ein sicherer Kletterer. Anna-Lilith (6) und Jakob (5) folgen ihm. Angst kennen sie nicht. " Wir passen ja gut auf", sagen sie. Ernsthafte Verletzungen hat es übrigens noch nie gegeben, berichtet Gabi Lommers.
Das Leben im Wald finden die Kinder toll. Dort spielen die Mädchen und Jungen oft Mutter, Vater, Kind oder andere Rollenspiele. Auch im Winter haben sie Spaß. " Dann ist es prima für uns. Paul und ich machen eine Schneeballschlacht", erzählt Jakob strahlend.
Die Jogger und Spaziergänger, die durch das Hörner Bruch laufen, sehen eine fröhliche Schar von Kindern. Gabi Lommers freut sich, dass sie den Kindern einen Blick für die Schönheit und den Schutz der Natur geben konnte. Im Wald fühlt sich auch Tom (6) pudelwohl. Nur eine Nebenerscheinung des Kindergartenlebens mag er nicht: " Das frühe Aufstehen."
Am Samstag feiert der Waldkindergarten sein zehnjähriges Bestehen. Dann laden " König" Paul und sein Waldvolk ins Hörner Bruch an der Adolf-Staperfeld-Straße ein, um ab 12 Uhr ein paar Stunden in der Natur zu verbringen. Es gibt eine Aufführung der Kinder, eine Bastelaktion und einen Seilkletterparcours.

Bildtext:

Fotos zum Thema Wald zeigen die Kinder aus dem Waldkindergarten der Heilpädagogischen Hilfe am Samstag, wenn sie ihr zehnjähriges Bestehen feiern.

Foto: Jörn Martens
Autor:
tw


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